Ello sitzt auf einer Bank auf der Rheinpromenade

Rheinpromenade oder Trasse - Ello läuft fast jeden Tag

Bildquelle: WDR/ Luisa Skrabic

Extremer Dauerlauf-Hype Warum Ello sich freiwillig über 600 km zerstört

Stand:

Vier Tag und 600 km bis zum Kollaps: Beim "Backyard Ultra" läuft Ello, bis sein Körper aufgibt - wer stehen bleibt, gewinnt.

"Ich bin ein Wuppertaler Jung!" sagt Ello lachend an dem Ort, wo seine Geschichte begann. Auf der Trasse in Wuppertal hat er vor erst knapp vier Jahren mit dem Lauftraining begonnen - jetzt zählt er zu den besten Backyard-Ultraläufern Deutschlands. Ello, der eigentlich Ayyoub El Osrouti heißt.

6,7 Kilometer joggen. Klingt erstmal machbar für viele. Aber zu jeder vollen Stunde muss eine neue Runde absolviert werden. Runde für Runde. Je schneller man läuft, desto mehr Pause hat man. Wer als letzter steht, gewinnt. Einer der bekanntesten Backyard-Ultras ist der "Last Soul Ultra".

Wuppertaler wird über Nacht zum Internetstar

Ello auf der Trasse in Wuppertal

Hier hat seine Karriere begonnen

Bildquelle: WDR/ Luisa Skrabic

Rund 120.000 Menschen schauen zu, wie Ello sich beim "Last Soul Ultra" von Runde zu Runde kämpft und am Ende erschöpft im Feld liegen bleibt. "Ich habe meine Arme bewegt aber mein Körper meinte nein. Mental war ich noch fit." Er gibt auf, nach 93 Runden, vier Tagen und über 600 Kilometern. "Did not finish" - so sind die harten Regeln beim Backyard. Einen zweiten Platz gibt es nicht.

"Ich will Menschen dazu inspirieren einfach anzufangen - mit dem ersten Schritt, nicht direkt einem Ultra." Ello, Ultraläufer

Ultraläufe extreme Belastung für den Körper

"Es ist nicht gesund einen Ultra zu laufen", sagt Ello ernst. Er selber trainiert mit einem weltbekannten Coach, macht regelmäßig Pausen, insbesondere nach intensiven Wettkämpfen. Er geht zusätzlich zum Krafttraining, bereitet sich mental vor.

Weltrekord in seiner Altersklasse

Ello steht vor einem Schild auf der Trasse in Wuppertal

Ellos Lieblingsstrecke führt am Mirker Bahnhof vorbei

Bildquelle: WDR/ Luisa Skrabic

"Es ist ein bisschen wie Selbsttheraphie. Man ist alleine mit seinen Gedanken." antwortet Ello auf die Frage, was ihn am Laufen so fasziniert. "Ich laufe gerne ohne Kopfhörer, das sollte jeder mal ausprobieren."

Sport ist sein Vollzeitjob

Inzwischen wohnt Ello in Düsseldorf, ist aber weiterhin regelmäßig in Wuppertal bei seinen Eltern zu besuch. Und wo läuft es sich besser? "Trasse. Ganz klar Trasse. Hier hat man keinen Gegenwind.". Für sein Training wird Ello also wohl noch öfter zwischen Mirker Bahnhof und Vohwinkel zu sehen sein.

Unsere Quellen:

  • WDR-Interview mit Ello

Sendung: WDR.de, Warum Ello sich freiwillig über 600 km zerstört, 14.09.2026, 17:50 Uhr

Warum Ello sich freiwillig über 600 km zerstört

WDR 14.09.2026 43 Sek. Verfügbar bis 13.09.2028 WDR Online

Weitere Beiträge aus Wuppertal

1 / 2