Strampeln für die Wissenschaft

03:19 Min. Verfügbar bis 10.07.2028

Sicher durchs bergige Bergische Strampeln für die Wissenschaft

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Wie verhalten sich Fahrradfahrer an steilen, kurvenreichen Straßen? Das soll ein Projekt der Wuppertaler Uni herausfinden.

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Gerlinde Spratte

Am Lehrstuhl Radverkehr der Bergischen Universität stehen zwei Pedelecs schon für ihren Einsatz bereit. Sie sind ausgestattet mit jeder Menge Sensoren. Neben Geschwindigkeit und Position erfassen sie zum Beispiel auch wie stark der Fahrradfahrer bremst oder wie doll er den Lenker hin und her bewegt.

Auch wie viel Motorleistung er vom E-Bike nutzt, wird erfasst. Eine 360 Grad Kamera zeichnet zusätzlich die Fahrt auf, damit das Team vom APEx-Projekt sehen kann, warum der Teilnehmer möglicherweise stark bremsen oder ausweichen musste.

Grundlagenforschung soll Radverkehr sicherer machen

Mit dieser Grundlagenforschung will das Team vom Lehrstuhl Radverkehr besser verstehen, wie sich Menschen auf Pedelecs gerade an Steigungen verhalten. Und welche Verhältnisse sie brauchen, um gefahrlos unterwegs sein zu können.

Für die Verkehrsplanung sind diese Ergebnisse wichtig. Denn die Topographie hat maßgeblich Auswirkungen auf die Infrastruktur einer Region. Um möglichst aussagekräftige Daten zu bekommen, sollen in den nächsten Wochen mindestens 50 Probanden aufs Rad steigen. "Gerne auch mehr", sagt Nils Harder vom Projekt-Team.

Nils Harder vom Lehrstuhl Radverkehr

Nils Harder, Uni Wuppertal

Wir wollen wirklich versuchen, jeden Menschen zu erreichen, also jeglichen Alters. Wir müssen einfach auch verstehen, welche Altersgruppen verhalten sich vielleicht dann auch unterschiedlich. Nils Harder, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Radverkehr

Strampeln für die Wissenschaft

Mareike zählt zu den ersten Probanden, die für die Wissenschaft in die Pedale treten. Nach einer Sicherheitsunterweisung und kurzer Probefahrt bekommt sie noch einen Sensor angelegt, der ihre Herzfrequenz misst und ein Mikro, in das sie ihre Beobachtungen während der Fahrt sprechen kann.

Probandin auf Teststrecke

Mareike Hasenburg fährt die Teststrecke

Dann geht es los auf den rund 6,5 Kilometer langen Rundkurs. Von der B7, der Talachse Wuppertals, hoch zur Hardt und wieder zurück. Mal über verkehrsreiche Straßen, mal eher verkehrsberuhigt und auch die Fahrradstraße ist dabei. Mareike fährt viel und gerne. Nach knapp 20 Minuten ist die 29-Jährige ohne große Zwischenfälle zurück.

Jürgen Schiemann ist extra aus Solingen angereist, um dabei zu sein. Auch er ist im Bergischen viel mit dem Rad unterwegs. Dank Pedelec ist die Strecke für den 68-Jährigen eigentlich kein Problem. Den Straßenzustand sieht er allerdings kritisch. "Vor allem beim Berg runterfahren, hat man relativ viele Schlaglöcher", sagt er "um die man herumfahren muss."

Projektteam am Lehrstuhl Radverkehr

Das APEx-Projektteam

Stressmomente in Zukunft verringern

Und einen kurzen Stressmoment gab es auch, als eine Autofahrerin zu dicht an ihm vorbeigefahren ist. All das haben die Sensoren an Mensch und Fahrrad aufgezeichnet.

In den nächsten Monaten werden sie nun ausgewertet. Um dadurch besser ableiten zu können, welche Faktoren maßgeblich dazu führen, dass es für Fahrradfahrer in hügeligen Regionen gefährlich werden kann.

Strampeln für die Wissenschaft

WDR 00:43 Min. Verfügbar bis 08.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Bergische Universität Lehrstuhl Radverkehr
  • Eindrücke und Gespräche der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Strampeln für die Wissenschaft, 10.07.2026, 14:30 Uhr Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Bergisches Land, 10.07.2026, 19:30 Uhr

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