Ein Familienbetrieb in dritter Generation

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WDR 3 Min. 17 Sek. Verfügbar bis 27.08.2028

Seepferdchen und Co. Diese Familie steckt hinter den Schwimmabzeichen

Stand:

Wieso das Seepferdchen-Abzeichen aus dem Bergischen Land kommt und die traurige Geschichte dahinter.

Von Hanna Sperber

Jeder kennt sie: Die Schwimmabzeichen, die Kinder für ihre Badehose bekommen. Was wahrscheinlich nur die wenigsten wissen: Hergestellt werden sie in einer kleinen Weberei mitten in Wuppertal. Und das schon in dritter Generation der Familie Schmidt.

Ein altes Foto von einem Ehepaar

Helmut Schmidt und seine Frau Lisel Schmidt

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Angefangen hat alles 1950, als der Großvater Helmut Schmidt die Idee für Schwimmabzeichen auf der Badehose hatte. Er war der Meinung, dass es doch etwas geben müsse, mit dem Bademeister sofort erkennen, welche Kinder schon schwimmen können und welche eben noch nicht. 

Tragisches Unglück brachte Idee für Schwimmabzeichen

Die Idee gekommen ist dem Solinger Helmut Schmidt nach einem Badeunfall in einem Freibad.

Ein Mann mit einem blauen Shirt
"Mein Opa hat als 17-Jähriger im Freibad Ittertal in Solingen als Aushilfsbademeister gearbeitet und musste miterleben, wie ein Kind ertrunken ist." Christian Schmidt, Geschäftsführer von Schwimm Schmidt

Solche Fälle wollte er mit dem Badeabzeichen verhindern. Außerdem sollte Kindern damit ein Anreiz gegeben werden schnell schwimmen zu lernen, um sich die "Medaille für die Badehose" zu verdienen. So hat es Opa Schmidt seinem Enkel Christian erzählt, der den Familienbetrieb mittlerweile leitet.

Der Solinger Helmut Schmidt schlug die Idee, mit den Schwimmabzeichen für die Badehose, dem Kultusminister vor. Erst wurden die Abzeichen dann in Schulen in NRW eingeführt und in den 70er-Jahren bundesweit ausgerollt. 1993 bekam Helmut Schmidt für seine Idee sogar das Bundesverdienstkreuz.

Familienbetrieb in dritter Generation

Weberei

In dieser Weberei laufen alle Fäden zusammen

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Mittlerweile laufen Seepferdchen-Abzeichen und Co. seit über 75 Jahren durch die Wuppertaler Webmaschinen. Seit 2012 führt Christian Schmidt das Erbe der Familie fort. Er beliefert mit den Abzeichen ganz Deutschland und sogar deutsche Schulen im Ausland.

Webmaschine mit Seepferdchen-Abzeichen

Nach der Maschine geht es per Hand weiter

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Faden für Faden werden sie auf großen Maschinen gewebt und kommen am Fuß der Maschine auf einer dicken Rolle zusammen. Anschließend werden sie alle per Hand auf Webfehler überprüft und für den Versand fertig gemacht - und das in großer Menge: "ungefähr eine Million Schwimmabzeichen im Jahr. Davon gut die Hälfte sind Seepferdchen", so Schmidt.

Schwimmen lernen ist Familiensache

Er selbst kann sich gar nicht so genau an sein eigenes Seepferdchen erinnern. Die Abzeichen hätten Zuhause überall rumgelegen, "ich hätte mir immer eins nehmen können, habe ich aber natürlich nicht gemacht", erzählt er mit einem Grinsen. Seinen Kindern hingegen war es schon wichtig, früh Schwimmen zu lernen, nicht nur wegen der Familiengeschichte.

"Als meine Kinder nach Hause gekommen sind und die Abzeichen gemacht hatten, waren sie total stolz." Christian Schmidt, Geschäftsführer von Schwimm Schmidt

Neben den Seepferdchen werden in der Wuppertaler Weberei auch alle anderen Schwimmabzeichen hergestellt. Also etwa Bronze, Silber und Gold. Und das will die Familie auch in Zukunft so beibehalten.

Unsere Quellen:

  • Interview mit Christian Schmidt
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, Das Seepferdchen-Abzeichen: Diese Solinger Familie steckt dahinter, 27.08.2026, 05:02 Uhr

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