Kinderhospiz Wuppertal: Das Freiwillige Soziale Jahr verändert Josefine

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 23.07.2028

FSJ im Kinderhospiz Warum eine junge Wuppertalerin das freiwillig macht

Stand:

Als Josefine Schmitz noch klein war, ist eine Freundin der Familie mit ihrer Krebserkrankung ins Hospiz gekommen. Das hat die Wuppertalerin so nachhaltig beeindruckt, dass sie später unbedingt selbst dort arbeiten wollte.

Allerdings liebt Josefine Kinder. Also war klar: Pflege und Kinder - das muss doch zusammen gehen. "Ich habe damals schon für ein Schülerpraktikum recherchiert, wo es sowas gibt und bin dann aufs Kinderhospiz gestossen." Da durfte sie allerdings damals noch nicht mithelfen. Sie war noch keine 18. Nach der Schule allerdings hat es geklappt mit dem freiwilligen sozialen Jahr. Sechs Stellen gibt es im Kinderhospiz.

Endlich ging ihr Traum in Erfüllung: Arbeiten im Hospiz

Die FSJ-ler sind immer einfach da. Sie wecken morgens die Patienten und begleiten sie durch den Tag - mit allen Höhen und Tiefen. Die meisten Familien kommen mit ihren kranken Kindern, um mal ein paar Tage auszuspannen, denn sie kümmern sich normalerweise alle rund um die Uhr.

FSJ-lerin macht Patientin im Rollstuhl die Haare, mit dabei ist die Mutter

Fine im Einsatz bei Patientin Vivienne und ihrer Mutter

Vivienne ist diesmal nur mit ihrer Mutter da: "Das ist für mich ein echter Erholungsurlaub hier. Ich kann mit meiner Tochter zusammensein, mich aber auch mal um mich kümmern oder mal shoppen gehen. Ich weiß ja, dass sie hier super versorgt ist", sagt Iwona Skowronek, die schon fünfmal hier war.

Drohnenbild vom Kinderhospiz

Das Kinderhospiz liegt mitten im Grünen in Wuppertal

In den hellen Räumen wird sich rund um die Uhr gekümmert, die Eltern schlafen in separaten Eltern-Zimmern. Aber klar: auch zum Sterben kommen manche Kinder hierher. "Dann weine ich natürlich auch - zusammen mit den Eltern und den anderen Mitarbeitern. Das tut gut. Aber meistens weine ich vor Lachen", sagt Josefine, die hier von allen nur Fine genannt wird.

Auch beruflich geht Josefine weiter in die Richtung

Die Arbeit hat ihr so viel Spaß gemacht, dass es jetzt auch beruflich für sie in die Richtung weitergeht. Im Oktober startet ihre Ausbildung als Pflegehilfskraft. Natürlich auf der Kinderstation.

Auch für das kommende Jahr sucht das Kinderhospiz noch junge Leute, die Lust haben, hier ein Jahr zu verbringen. Es gibt ein Taschengeld und viel Lebenserfahrung. "Wir lernen hier jedes Jahr junge Leute kennen, die gerade aus der Schule kommen. Die Zeit hier verändert alle total und es gehen gereifte Menschen wieder aus der Tür - das ist ein gutes Gefühl", sagt Hospiz-Leiterin Kerstin Wülfing.

Unsere Quellen:

  • Kinderhospiz in Wuppertal
  • Eindrücke der Reporterin vor Ort

Sendung: WDR.de, "Kinderhospiz Wuppertal: Das Freiwillige Soziale Jahr verändert Josefine", 27.07.2026, 04:57 Uhr

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