Familie holt jetzt Investoren ins Haus

Bildquelle: Seidensticker Group

1 Min. 20 Sek. Verfügbar bis 17.09.2028

Seidensticker in Bielefeld Familie holt jetzt Investoren ins Haus

Stand:

Die Bielefelder Familie Seidensticker wollte lange keinen Investor, braucht jetzt aber Wachstum, um den Hemdenkonzern zu sichern.

Der Hemdenspezialist Seidensticker will das Ruder rumreißen. Nach Jahren sinkender Umsätze soll nun krass gegengesteuert werden: Das Unternehmen will wieder wachsen statt schrumpfen und dafür zum ersten Mal einen Investoren in den Gesellschafter-Kreis lassen.

Der bestand bislang ausschließlich aus Mitgliedern der Familie: Gerd Oliver Seidensticker, Frank Seidensticker und ihre Cousine Nicole Seidensticker-Delius. Sie halten die Firmenanteile aktuell noch allein. Aber das Unternehmen kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen.

Frank Seidensticker und Gerd Oliver Seidensticker stehen hinter Nicole Seidensticker-Delius

Die Inhaber-Familie der Seidensticker Group: Frank Seidensticker, Nicole Seidensticker-Delius und Gerd Oliver Seidensticker.

Bildquelle: Seidensticker Group

Frisches Geld soll wieder Wachstum ermöglichen

In und nach der Coronapandemie ist der Verkauf von Businesshemden deutlich eingebrochen. Das war nicht nur bei Seidensticker so. Der Konkurrent Eterna zum Beispiel hat inzwischen Insolvenz angemeldet. Hemden dieser Marke werden aktuell nicht mehr hergestellt.

Seidensticker sieht darin eine große Chance, seine Marktposition auszubauen und zum Beispiel von Eterna Kunden zu übernehmen. Um die Wachstumschancen, die der Markt aktuell bietet, nutzen zu können, benötige man allerdings zusätzliches Kapital.

Seidensticker will Familienanteile aus der Hand geben

WDR 17.09.2026 19 Sek. Verfügbar bis 16.09.2028

Seidensticker wollte bislang keine Investoren

Das nun benötigte Kapital muss eine Größenordnung haben, die wohl nur mit dem Einstieg eines externen Investors erreichbar ist. Denn 2020 hatte Gerd Oliver Seidensticker dem Westfalen-Blatt noch gesagt: "Die Börse oder ein familienfremder Investor sind für uns keine Alternative."

Seidensticker stehe aber nicht "zum Verkauf" betont eine Sprecherin, die Familie bleibe als Gesellschafter an Bord und auch der Standort Bielefeld werde nicht in Frage gestellt.

Verkauf: Ja oder Nein?

Auf die WDR-Anfrage, ob sich die Familie vorstellen könne, die Mehrheit ihrer Anteile abzugeben, gab es bislang keine konkrete Antwort. Bei der Suche nach einem Investor sei die Größenordnung der Anteile zurzeit noch komplett offen, so eine schriftliche Antwort aus dem Unternehmen. Das Manager Magazin berichtet dagegen, dass geplant sei, dass der Investor direkt die Mehrheit der Anteile übernehmen solle und spricht sehr wohl von einem "Verkauf" des Unternehmens.

1919 hatte Walter Seidensticker, der Großvater der aktuellen Gesellschafter, das Unternehmen in Bielefeld gegründet - mit 5000 geliehenen Goldmark.

Unsere Quellen:

  • Seidensticker Group
  • Manager Magazin
  • Westfalen-Blatt

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Ostwestfalen und Lippe, 17.09.2026, 09:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit OWL, 17.09.2026, 19:30 Uhr

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