Nachhilfe bei Grundschülern

Bildquelle: WDR/Cindy Glasmacher

WDR 02:41 Min. Verfügbar bis 12.08.2028

Große Lernrückstände Immer mehr Grundschüler bekommen Nachhilfe

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Viele Schüler haben Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen. Deshalb nehmen immer mehr Grundschüler Nachhilfeunterricht.

"Zweimal zwei Kugeln sind vier, dreimal zwei Kugeln sind sechs. Liliana, was sind denn jetzt viermal zwei Kugeln?", fragt Nachhilfelehrerin Gülay Artan. "Acht?", antwortet die neunjährige Liliana Tamuli zögerlich. "Richtig", sagt Artan.

Liliana sitzt im Nachhilfeunterricht der Schülerhilfe in Duisburg-Rheinhausen. "Ich war in der Schule sehr schlecht, aber jetzt habe ich mich schon verbessert", sagt die Neunjährige.

Liliana beim Nachhilfeunterricht

Liliana beim Nachhilfeunterricht

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Unterstützung auf Augenhöhe

Zusammen mit drei weiteren Kindern im Grundschulalter bekommt Liliana Nachhilfeunterricht. Hier lernen Schüler der zweiten bis vierten Klasse gemeinsam in einem Raum. "Wenn ein Kind einmal nicht weiterkommt, frage ich die anderen, ob sie helfen können. So fühlen sich die Kinder mit ihren Problemen nicht allein und motivieren sich gegenseitig", sagt Nachhilfelehrerin Artan. Während des Unterrichts geht sie von Kind zu Kind und unterstützt dort, wo Fragen oder Schwierigkeiten auftreten.

Nachfrage nach Nachhilfe in der Grundschule wächst

Laut dem Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) berichten immer mehr der befragten Mitgliedsinstitute von einer zunehmenden Zahl an Anfragen von Grundschülern. Timm Langhorst, Marketingleiter der Schülerhilfe, bestätigt einen Anstieg.

"Mittlerweile sind rund 30 Prozent unserer Schüler im Grundschulalter. Das ist viel." Timm Langhorst, Marketingleiter der Schülerhilfe

Bildungsstudien wie der jüngste IQB-Bildungstrend zeigen, dass ein erheblicher Teil der Schüler an Grund- und weiterführenden Schulen in Deutschland nicht ausreichend lesen, schreiben, zuhören und rechnen kann, hieß es aus dem Schulministerium NRW. Genaue Zahlen zum Nachhilfebedarf hat das Schulministerium aber nicht.

Lernrückstände haben viele Gründe

Aus dem Schulministerium heißt es, dass die Lernrückstände verschiedene Ursachen haben. Dazu zählen die Folgen der Corona-Pandemie, flucht- und zuwanderungsbedingte Sprachbarrieren sowie unterschiedliche Lernvoraussetzungen.

Nachhilfelehrerin Artan beobachtet diese Entwicklung: "Viele Kinder sprechen noch nicht ausreichend Deutsch und können dem Unterricht deshalb nur schwer folgen. Zudem fehlt manchen Eltern wegen ihrer Arbeit die Zeit, ihre Kinder beim Lernen zu unterstützen. Auch der hohe Medienkonsum könnte dazu beitragen, dass das Lernen in den Hintergrund rückt", so Artan.

Nachhilfelehrerin Gülay Artan

Nachhilfelehrerin Gülay Artan

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Welche Nachhilfe passt zum Kind?

Welche Form der Nachhilfe geeignet ist, hängt laut dem Bundesverband Nachhilfe- und Nachmittagsschulen (VNN) vom individuellen Förderbedarf ab. Einzelunterricht hilft vor allem beim Schließen größerer Wissenslücken, während Kleingruppen den Austausch fördern. Für Grundschulkinder empfiehlt der Verband eher Präsenzunterricht als Online-Nachhilfe. Vor allem Grundschüler lassen sich beim Online-Unterricht gerne von der Umgebung ablenken.

Auszeit für den Kopf

"Alle aufstehen, auslockern und hüpfen", sagt Artan. Die Grundschüler springen auf und ab, dabei wird viel gelacht. "Alle 20 bis 25 Minuten machen wir eine Pause, lockern uns aus, machen Dehnübungen oder spielen ein kurzes Spiel, damit wir danach konzentriert weiterarbeiten können", erklärt Artan.

"Nach den Lockerungsübungen kann ich mich besser konzentrieren", sagt Liliana. Anschließend setzt sie sich wieder an ihren Platz, nimmt ihren Stift in die Hand und rechnet die nächsten Aufgaben.

Unsere Quellen:

  • Schulministerium NRW
  • VNN e.V.
  • Gespräch mit Timm Langhorst von der Schülerhilfe
  • Gespräch mit Nachhilfelehrerin Gülay Artan

Sendung: WDR.de, Nachhilfe bei Grundschülern, 10.08.2026, 05:08 Uhr

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