Roboter helfen, wenn es gefährlich wird
Bildquelle: WDR / Sonja GerhardtWDR. 3 Min. 14 Sek.. Verfügbar bis 25.09.2028.
Klein und wendig ist die Drohne, die Lena Kremer über eine Fernbedienung steuert. Über ihre VR-Brille sieht die Informatikerin ein 360-Grad-Bild und Aufnahmen einer Wärmebildkamera. Mit dieser Ausrüstung sollen Feuerwehrleute künftig Gefahren bei Einsätzen schneller und besser erkennen können, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.
Informatikerin Lena Kremer hat ein Kamerasystem für Rettungsdrohnen entwickelt.
Bildquelle: WDR / Sonja Gerhardt"Mit der 360-Grad-Kamera kann die Drohne zum Beispiel Bilder aus einer abgebrannten Lagerhalle liefern. Die Wärmebildkamera zeigt gleichzeitig an, wie hoch der Füllstand zum Beispiel in Benzin- oder Chemietanks ist, die dort stehen", erklärt Lena Kremer. Die 27-Jährige hat das Kameramodul auf der Drohne selbst entwickelt und gebaut.
In der Halle des Rettungsrobotik-Zentrums wird neue Technik getestet
Ein paar Meter weiter fährt ein Raupenfahrzeug in der Größe eines Kühlschranks durch die Halle. Angebracht sind eine Kamera und Sensoren. Zudem kann ein Feuerwehrschlauch montiert werden. Per Fernsteuerung kann der Rettungsroboter dort löschen, wo es für die Einsatzkräfte zu gefährlich ist, wie zum Beispiel in einsturzgefährdeten Gebäuden.
Rettungsroboter mit Kamera und Anschluss für einen Wasserschlauch
Bildquelle: WDR / Sonja GerhardtAm Deutschen Rettungsrobotik-Zentrum in Dortmund werden solche Robotersysteme entwickelt und getestet.
"Wenn am Einsatzort Explosionsgefahr herrscht, gefährliche Stoffe austreten oder Einsturzgefahr besteht, ist das Risiko für Menschen dort viel zu hoch. Da passen wir Technik so an, dass sie die Einsatzkräfte unterstützt und schützt." Dirk Aschenbrenner, Vorsitzender des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums
Feuerwehren, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten haben sich 2018 zusammengeschlossen, um die Rettungsrobotik voranzubringen. Der gemeinnützige Verein betreibt seitdem in Dortmund ein Zentrum mit Halle und Außenbereich. Hier können Feuerwehrleute Rettungseinsätze mit Robotern und Drohnen üben und den Umgang mit neuer Technik lernen.
Vom Prototypen zum Einsatz bei der Feuerwehr
Maßgeblich finanziert wird das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum vom Bundesministerium für Forschung und Technologie. "Wir brauchen auch weiterhin finanzielle Unterstützung, um Prototypen zu bauen und Unternehmen zu finden, die die Systeme dann auch in großer Stückzahl bauen", sagt Dirk Aschenbrenner, der gleichzeitig Chef der Dortmunder Feuerwehr ist.
Besonders stolz ist Aschenbrenner auf ein Einsatzfahrzeug, das am Rettungsrobotik-Zentrum entwickelt wurde: der Sprinter ist mit großen Monitoren ausgestattet auf denen verschiedene Aufnahmen von Drohnen oder Robotern im Einsatz vernetzt werden.
Einsatzfahrzeug des Deutschen Rettungsrobotik-Zentrums
Bildquelle: WDR / Sonja Gerhardt"So bekommt die Einsatzleitung ein genaues Lagebild", sagt Aschenbrenner. Bei der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal habe das Fahrzeug zum Beispiel wichtige Hilfe geleistet.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Dirk Aschenbrenner, Feuerwehr Dortmund
- Gespräch mit Lena Kremer, Informatikerin
- Informationen Deutsches Rettungsrobotik-Zentrum
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Dortmund, 24.09.2026, 19:30 Uhr
