Autos stehen auf der Inneren Kanalstraße im Stau

Trotz Klimakrise Immer mehr Autos auf unseren Straßen

Stand:

In 93 von 105 Städten ist die Zahl der privaten Pkw zwischen 2019 und 2026 gestiegen. Besonders stark ist der Zuwachs in Köln.

Nach einer Auswertung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) stieg damit der private Pkw-Bestand in knapp 90 Prozent der Städte mit mehr als 100.000 Einwohnende. Konkret kamen seit 2019 rund 250.000 zusätzliche Autos hinzu. In Köln fiel der Zuwachs mit 13.139 zusätzlichen Privatautos am deutlichsten aus, knapp gefolgt von München mit 12.934, Duisburg mit 11.263 und Dortmund mit 10.232 neuen Autos. Grundlage für die DUH-Auswertung waren Zulassungsdaten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA).

Nur in zwölf Städten ging laut DUH die Zahl der Autos zurück. Am höchsten fiel der Rückgang in Berlin aus, wo die Zahl der Autos um 7.614 sank, gefolgt von Stuttgart (minus 4.014) und Karlsruhe (minus 2.995). Unter den zwölf Städten mit gesunkenem Pkw-Bestand befindet sich keine NRW-Stadt.

Autos in den Städten

WDR Studios NRW 24.09.2026 1 Min. 20 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028 WDR Online

DUH will mehr Platz für Rad-, Fuß- und öffentlichem Verkehr

Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch

Bildquelle: DUH

Angesichts der Klimakrise fordert die DUH eine konsequente Mobilitätswende und eine Neuverteilung des öffentlichen Verkehrsraums zugunsten von Rad-, Fuß- und öffentlichem Verkehr. "Nach diesem Extremsommer ist klarer denn je: Wir brauchen weniger Asphalt und Blech, stattdessen mehr Bäume und entsiegelte, begrünte Flächen im ohnehin knappen öffentlichen Raum", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Mit "Autos vollgestopfte Städte" seien nicht lebenswert.

"Städte dürfen Autos nicht länger durch billiges oder gar kostenloses Parken im öffentlichen Raum besserstellen. Es gibt kein Recht darauf, sein Privatauto zum Dumpingpreis auf öffentlichem Grund abzustellen." Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH)

360 Euro pro Jahr für Bewohnerparkausweis

Die DUH plädiert für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung und mindestens 360 Euro pro Jahr für einen Bewohnerparkausweis. Beim Kurzzeitparken müsse eine Stunde Parken mindestens so viel kosten wie ein Einzelfahrschein für Bus und Bahn. Diese Einnahmen müssten gezielt in den Ausbau von Bus und Bahn sowie Rad- und Gehwegen fließen.

Immer wieder Diskussionen über Gebühren fürs Anwohnerparken

Die Gebühren fürs Anwohnerparken sorgt in NRW immer wieder für Diskussionen. Derzeit gibt es zwischen den Städten große Unterschiede - mal sind es 20 Euro, mal 360 Euro pro Jahr. In Bonn müssen Anwohner 360 Euro pro Jahr zahlen. Hier soll die Gebühr ab 2027 auf 120 Euro sinken. In Königswinter werden aktuell ebenfalls 360 Euro fällig.

Günstiges Parken abseits der Straßen in Königswinter

Dort gibt es aber auch einen viel günstigeren Bewohnerparkausweis. Wer diesen nutzt, darf sein Auto zwar nicht an der Straße parken, aber auf ausgewählten Parkplätzen. In Münster kostet das Anwohnparken 260 Euro pro Jahr. In Detmold liegt die jährliche Gebühr bei 240 Euro in Parkzone A, sonst bei 144 Euro.

Ungeachtet dessen: Eine Ende August veröffentlichte TÜV-Mobilitätsstudie hatte ergeben, dass sich auch Autofaher einen besseren Ausbau des ÖNPV wünschen. Befragt hatte der TÜV mehr als 2.500 Personen.

Unsere Quellen:

  • Deutsche Umwelthilfe in einer Pressemitteilung
  • bisherige WDR-Berichterstattung

Sendung: WDR.de, Zahl der zugelassenen Pkw vielerorts gestiegen, 25.09.2026, 00.10 Uhr

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