Knöcheltief im Wasser stehen - mehr erlaubt ist nicht: Vor einem Jahr hat Düsseldorf ein Badeverbot im Rhein eingeführt. Andere NRW-Kommunen sind nachgezogen. Jetzt, mitten im Hochsommer, berichten die Kommunen, was das Verbot gebracht hat. Aktuell führt die Hitzewelle an einigen Stellen am Rhein zu mehr Verstößen.
Eine Abkühlung, die bis zu 1.000 Euro kostet
Vielerorts ist das Ordnungsamt am Rheinufer unterwegs. Bei den Kontrollen setzen viele Kommunen darauf, zunächst mit den Menschen am Ufer zu sprechen und sie auf die Gefahr hinzuweisen. Doch wer gegen das strikte Badeverbot verstößt, dem droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Denn Baden im Rhein bedeutet auch Lebensgefahr. Wie viele Menschen die Gefahr im Wasser unterschätzen, zeigen auch aktuelle Zahlen der DLRG: Demnach sind in diesem Jahr, bis Ende Juli, bereits 50 Personen in NRW beim Baden in Gewässern gestorben.
Eine Bilanz aus Düsseldorf, Köln und Co.
Der Großteil der Menschen halte sich an das Badeverbot, berichten die Kommunen auf dpa-Anfrage. Doch immer wieder komme es zu Verstößen: Düsseldorf hat in diesem Jahr bisher 110 Verfahren eingeleitet. Im Vergleich zu früher sehe man deutlich weniger Badende und erheblich weniger leichtsinnige Schwimmerinnen und Schwimmer im Rhein.
In Köln warnt ein Schild die Menschen vor der Gefahr im Rhein.
Bildquelle: picture alliance / Geisler-FotopressDie Stadt Köln hat bisher 28 Bußgeldbescheide erlassen. Dabei gehe es um 60 bis 250 Euro plus Auslagen und Gebühren. Laut einem Sprecher der Stadt seien Personen, die das Badeverbot missachteten, häufig eher uneinsichtig. Auch führe die Hitze dazu, dass sich mehr Menschen am Rheinufer aufhalten und dabei teilweise auch gegen das Badeverbot verstoßen.
In Rheinberg wurden 17 Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. In Leverkusen gab es in diesem Jahr bisher sechs Bußgeldverfahren, in Voerde vier und in Wesel zwei. Neuss berichtet lediglich von mündlichen Verwarnungen. Dinslaken, Kleve und Krefeld haben keine Verstöße festgestellt.
Kurioser Fall: bis zur Hüfte im Wasser und gesucht mit Haftbefehl
In Düsseldorf endete ein Badeverbot-Einsatz mit einer Festnahme: Einsatzkräfte beobachteten einen Mann, der bis zur Hüfte im Wasser stand. Er weigerte sich zunächst, aus dem Rhein zu kommen, bis die Polizei dazukam. Die Überraschung: Der Mann wurde bereits mit offenem Haftbefehl gesucht. Kaum aus dem Wasser heraus konnte ihn die Polizei in Gewahrsam nehmen.
Mitarbeiter des Ordnungsamts der Stadt Düsseldorf überwachen das Badeverbot am Rheinufer.
Bildquelle: picture alliance/dpa/Christoph ReichweinRhein birgt tödliche Gefahren
Trotz Badeverbot - auch in diesem Jahr sind Menschen im Rhein gestorben. Allein in Düsseldorf gab es bis Ende Juli bereits 52-mal den Alarm "Person im Rhein": Sechs Menschen konnten dabei nur noch tot geborgen werden. In Köln gab es bis Mitte Juli einen Todesfall und 41 Einsätze. Eine weitere Person wurde von der Feuerwehr in Leverkusen tot aus dem Rhein geborgen.
Die Zahl der Badetoten war vor dem Verbot deutlich gestiegen. Mit dem Verbot sollen tödliche Badeunfälle verhindert werden. Im August letzten Jahres hatte zunächst die Stadt Düsseldorf als erste NRW-Kommune ein Badeverbot im Rhein verhängt, andere Kommunen sind gefolgt: Aktuell besteht nur in Bonn und dem Umland sowie in Monheim am Rhein kein Badeverbot. In Emmerich am Rhein ist eins geplant.
Unsere Quellen:
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 06.08.2026, 08:30 Uhr