Staatsschutz ermittelt nach Übergriff in Düsseldorf

Mahnwache der jüdischen Gemeinde Staatsschutz ermittelt nach Übergriff in Düsseldorf

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Nachdem ein Mann in Düsseldorf israelfeindlich beleidigt und körperlich attackiert worden sein soll, ermittelt der Staatsschutz. Am frühen Donnerstagabend versammelten sich rund 100 Menschen zu einer Mahnwache.

Nach bisherigen Ermittlungen war ein Mann am Dienstagabend gemeinsam mit seiner Freundin zu Fuß am Rathausufer unterwegs. Er trug einen schwarzen Pullover mit einem goldenen "IDF"-Emblem, das für die israelischen Streitkräfte (Israel Defense Forces) steht.

Den Angaben der Polizei zufolge wurde der Mann dort von zwei unbekannten Frauen angesprochen und israelfeindlich beleidigt. In das anschließende Streitgespräch mischten sich zwei weitere Männer ein. Sie sollen den Mann mit Schlägen und Tritten attackiert haben.

Helfer wurden angegriffen

Drei Zeugen versuchten nach Polizeiangaben, den Angriff zu beenden. Dabei wurde einer der Helfer durch einen Schlag leicht verletzt. Die beiden mutmaßlichen Angreifer und die beiden Frauen konnten anschließend unerkannt entkommen.

Der Staatsschutz ermittelt nun wegen des Verdachts eines politisch motivierten Übergriffs. Ob und aus welchem konkreten politischen Motiv heraus die Tat begangen wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Ob das Opfer eine Kippa getragen hat, konnte die Polizei bisher weder bestätigen noch dementieren. Die Polizei bittet Zeugen, die etwas beobachtet haben, sich zu melden.

Jüdische Gemeinde veranstaltet Mahnwache

Die jüdische Gemeinde in Düsseldorf hat als Reaktion auf den Übergriff zu einer Mahnwache am Mannesmannufer aufgerufen. Etwa 100 Menschen sind dem Aufruf gefolgt. In einem Statement heißt es: "Niemand darf das Gefühl haben, eine Kippa absetzen, seine jüdische Identität verbergen oder seine Verbundenheit mit Israel verschweigen zu müssen, um sich sicher durch Düsseldorf bewegen zu können."

An der Mahnwache hat auch der Düsseldorfer Antisemitismusbeauftragte Wolfgang Rolshoven teilgenommen. Der Übergriff habe ihn "sehr erschreckt", sagte er dem WDR auf Anfrage. Es gebe leider in der jetzigen Zeit jüdische Bürger in Düsseldorf, die "Angst haben, mit Davidstern oder Kippa durch die Stadt zu gehen". Rolshoven habe selbst schon erlebt, dass ihm "komische Blicke" begegnet seien, als er vergaß, seine Kippa auf der Straße abzusetzen. Deshalb fordert er: "Wir müssen uns dagegenstellen."

OB Keller: "Das ist unerträglich"

Auch Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) ist am Donnerstag zur Mahnwache am Rheinufer gekommen. Er beobachte mit Sorge, "dass sich unsere jüdischen Freundinnen und Freunde in Düsseldorf sich nicht mehr sicher fühlen". Dem müsse man etwas entgegensetzen. "Wir haben das nicht verhindert. Jetzt können wir wenigstens zum Ausdruck bringen, dass wir das unerträglich finden und dass sowas in Düsseldorf keinen Platz haben sollte", so Keller.

Düsseldorfs OB hatte sich am Donnerstagmittag schon über den Instagram-Account der Stadt Düsseldorf zum israelfeindlichen Übergriff zu Wort. Dort bedankte er sich vor allem auch bei den Zeugen, die eingeriffen haben und damit "echte Zivilcourage" gezeigt hätten.

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Staatsschutz ermittelt nach Übergriff in Düsseldorf

WDR 24.09.2026 29 Sek. Verfügbar bis 23.09.2028 WDR Online

Unsere Quellen:

  • Polizei Düsseldorf
  • Jüdische Gemeinde Düsseldorf
  • Gespräch mit Wolfgang Rolshoven
  • Instagram-Kanal der Stadt Düsseldorf
  • Interview mit OB Stephan Keller
  • WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 24.09.2026, 11:31 Uhr

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