Hohe Temperaturen belasten die Bewohner der Altenheime

WDR 00:32 Min. Verfügbar bis 02.06.2028

Kritik von Verbänden Hohe Temperaturen belasten Altenheime

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Nach den ersten heißen Tagen des Jahres fordern Verdi und die Diakonie besseren Hitzeschutz für Altenheime.

Mehr als 35 Grad, ein Zimmer im Dachgeschoss, keine Jalousien, keine Möglichkeit, das eigene Bett zu verlassen - solche Szenen beschreibt Silke Behrendt. "Das kratzt an der Menschenwürde", sagt die Altenpflegerin und Fachkommissionsvorsitzende Altenpflege bei Verdi NRW. Die Gewerkschaft fordert gemeinsam mit der Diakonie RWL, dass Pflegeeinrichtungen energetisch saniert werden.

Nach den ersten heißen Tagen des Jahres warnen beide Organisationen vor einer weiteren Verschärfung der Situation im Sommer. Die Hitze belaste bereits heute Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten in den Einrichtungen.

Ein Drittel mehr Arbeit bei Hitzewellen

„Viele Kolleginnen und Kollegen fragen sich längst nicht mehr, ob Hitzeschutz notwendig ist, sondern warum er noch immer nicht ausreichend finanziert wird“, sagt Behrendt. Nach Angaben von Verdi und Diakonie fehlen vielen Pflegeheimen die Mittel für Maßnahmen wie Beschattung, Kühlung oder energetische Sanierungen.

Die Folgen: Die Pflegerinnen und Pfleger müssten unter höherer Belastung mehr arbeiten. Durch etwa das häufigere Waschen der Patienten oder Lüften der Zimmer entstehe ein Drittel mehr Arbeit, "damit niemand zu Schaden kommt", sagt Behrendt. "Und egal, wie viel man arbeitet, ganz vermeiden lässt sich das nicht."

„Die Beschäftigten erleben jeden Sommer, was hohe Temperaturen in den Einrichtungen bedeuten. Wir haben der Landesregierung gemeinsam mit unseren Bündnispartnern konkrete Vorschläge für Investitionen in Hitzeschutz und energetische Sanierungen vorgelegt. Die Antwort war ernüchternd. Während die Belastungen in den Einrichtungen steigen, fehlt weiterhin eine ausreichende Finanzierung“ Verdi-Gewerkschaftssekretärin Dagmar Acosta Navarro.

Gemeinsamer Brief an die Landesregierung

Bereits im März hätten Verdi NRW, die Diakonie RWL, Sozialverbände und die Deutsche Umwelthilfe einen Brief an die Landesregierung geschickt. Darin fordern die Organisationen ein Sofortprogramm in Höhe von 125 Millionen Euro über fünf Jahre für Maßnahmen zum Hitzeschutz und zur energetischen Sanierung in Pflegeheimen.

Der Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann verweist in einer Antwort vom April, die dem WDR vorliegt, darauf, dass Hitzeschutzmaßnahmen unter Umständen bereits jetzt förderfähig seien. Die Betreiber von Pflegeheimen könnten Förderungen für Maßnahmen zum Klimaschutz bei den Kommunen beantragen. Den Gemeinden und Kreisen wurden dafür vom Land pauschal zehn Milliarden Euro aus dem Sondervermögen des Bundes zugeschrieben, das dem Land nach dem "Nordrhein-Westfalen-Plan" zusteht.

Unsere Quellen:

  • Verdi NRW
  • Diakonie RWL
  • WDR-Reporter vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 02.06.2026, 19.30 Uhr

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