Motten-Invasion in Duisburg und Düsseldorf? Experte klärt auf

WDR 01:53 Min. Verfügbar bis 27.07.2028

Was war der Auslöser? Apokalypse-Feeling am Duisburger Bahnhof

Stand:

Am Duisburger Hauptbahnhof sammelten sich Samstagnacht tausende weiße Falter. Auch die Rheinkirmes in Düsseldorf war übersäht. Wo die Tiere herkamen und warum das eine gute Nachricht ist.

Apokalypse-Feeling am Bahnhof, Insektenwolke auf der Rheinkirmes: Tausende Tiere mit weißen Flügeln schwirren um die Leuchtröhren am Duisburger Hauptbahnhof, Millionen flattern über die Rheinkirmes in Düsseldorf. Auf TikTok sammeln die Videos zehntausende Likes, in den Kommentaren wird wild über "Motten-Invasion" und "Viecher-Angriff" spekuliert.

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Keine Motten - Eintagsfliegen

Biogeograph Tobias Rautenberg von der Biologischen Station in Duisburg klärt auf. "Es handelt sich um Eintagsfliegen. Da ist es nicht ungewöhnlich, dass sie gleichzeitig schlüpfen. Die leben halt nur ganz kurz. Deshalb ist es wichtig, dass sie gleichzeitig schlüpfen."

Tobias Rautenberg, Biogeograph

Biogeograph Tobias Rautenberg

Die Insekten mit dem poetischen Namen "Vergängliche Jungfrau" schlüpfen aus dem Rhein und paaren sich in der Luft. "Die Weibchen fallen unmittelbar danach zur Wasseroberfläche, geben die Eier ab und dann ist das Leben für sie vorbei", sagt Rautenberg.

Warum der Duisburger Hauptbahnhof zur Insektenfalle wird

Die Rheinkirmes liegt direkt am Rhein. Dass der Massenflug hier landet, ist naheliegend. Der Duisburger Hauptbahnhof ist aber nicht unmittelbar am Rhein. "Luftlinie sind es rund drei Kilometer vom Rhein zum Bahnhof. Der Bahnhof ist hell beleuchtet und fällt den Tieren in der Nacht auf. Wenn am Samstag dann noch ein bisschen Wind dabei war, kann es schnell zu so einer Massenansammlung kommen", sagt Rautenberg.

Mehrere Eintagsfliegen sind auf einer Stelle

Eintagsfliegen "Vergängliche Jungfrau" oder auch Uferaas genannt

Kein Weltuntergang, sondern gute Wasserqualität

Die Insektenschwärme sind kein Anzeichen für die Apokalypse, wie auf Sozialen Medien gemutmaßt wurde. Sie stehen sogar für gute Wasserqualität, sagt der Experte. Vor 60 Jahren galt die Vergängliche Jungfrau noch als ausgestorben. Durch Kläranlagen und strengeren Umweltschutz sind die Bestände zurückgekommen - solche Bilder könnten künftig daher öfter entstehen. 

Unsere Quellen:

  • Biologische Station Westliches Ruhgebiet
  • WDR-Interview mit Tobias Rautenberg

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Duisburg, 27.07.2026, 18:08 Uhr

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