Stadtgrün in akuter Gefahr
Bildquelle: WDR/Cindy GlasmacherWDR. 01:41 Min.. Verfügbar bis 03.08.2028.
Trockenheit bedroht Stadtgrün : Bäume in Gefahr - jeder kann helfen
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Sie spenden Schatten, sind die natürlichen Klimaanlagen der Stadt und nun sind sie selbst in Gefahr: Stadtbäume etwa in Düsseldorf oder Viersen brauchen jetzt jede Hilfe und jede Gießkanne - deshalb werden nun neue Baumpaten gesucht.
"Wer Menschen retten kann, der kann auch Bäume retten", sagt Frank Kersbaum, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Viersen. Er hält einen Wasserschlauch in der Hand und gießt einen Baum.
Rund 40 bis 50 Bäume gießt die Feuerwehr Viersen jeden Tag, um sie zu retten. Die Feuerwehr hilft täglich den städtischen Betrieben, die aktuell mit ihren Fahrzeugen die Bäume nicht ausreichend bewässern können.
Frank Kersbaum, Leiter der Feuerwehr in Viersen
Bildquelle: WDR / Cindy GlasmacherBlätter verfärben sich, Äste sterben ab
Nach Einschätzung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist die Lage vielerorts angespannt. Längere Trockenphasen und häufigere Hitzeperioden setzen Stadtbäume, wie auch in Düsseldorf, zunehmend unter Stress. "Die Situation ist in der Tat sehr kritisch, denn unsere Stadtbäume leiden unter der Hitze und nicht nur unter dieser Hitze. In den vergangenen Jahren hatten wir schon einige Hitze- und Dürreperioden, die unsere Bäume geschwächt haben", sagt Julia Stratmann vom BUND NRW.
BUND ruft zum Gießen auf
Der BUND hofft, dass Anwohnende mithelfen, die Bäume zu erhalten, indem sie Grünflächen und Bäume gießen.
Gießen kann den Hitzestress unserer Bäume mindern. Man kann sich als Faustregel merken: Ein Baum braucht 100 Liter Wasser. Das sind zehn Gießkannen. Julia Stratmann vom BUND
Stratmann sagt weiter, dass das Wasser 20 bis 100 Zentimeter tief in den Boden versickern müsse, damit es die Wurzeln erreiche. Nur so könne ein Baum längere Hitzeperioden überstehen. "Anschließend hoffen wir, dass der Grundwasserspiegel wieder hoch genug ist, damit sich die Bäume dauerhaft selbst mit Wasser versorgen können", sagt Stratmann.
Julia Stratmann gibt Tipps zur Bewässerung von Stadtbäumen.
Bildquelle: WDR/Cindy GlasmacherDüsseldorf sucht Baumpaten und Gießkannenheldinnen - so geht's
Auch Bürgerinnen und Bürger können helfen. Deshalb sucht die Stadt Düsseldorf händeringend nach Baumpaten. Bei solch einer Patenschaft übernehmen Anwohnende freiwillig die Pflege eines Baums und des kleinen Bereichs drumherum - der sogenannten Baumscheibe.
Dazu zählt zum Beispiel, den Müll zu entfernen, die Scheibe fachgerecht zu bepflanzen, aber auch junge Bäume in Trockenphasen zu gießen. Aktuell gebe es rund 600 Baumpatenschaften in Düsseldorf.
Fachleute empfehlen: Lieber seltener gießen, dafür aber durchdringend, damit das Wasser die Wurzeln erreicht - sonst versickert das Wasser nur oberflächlich.
Stadt verteilt Regenwasser-Container
Um mehr Anreize zu bieten, dass Anwohnende sich engagieren, hat die Stadt in Zusammenarbeit mit Pro Düsseldorf schon 2023 eine weitere Aktion ins Leben gerufen. Die Idee dabei: Regenwasser sammeln, speichern und damit dann umliegende Grünflächen bewässern, wenn es nötig wird.
Dafür verteilt die Stadt Regenfässer an interessierte Bürgerinnen und Bürger. In den Containern ist Platz für 1.000 Liter Wasser, das bei Regen aufgefangen und in Trockenzeiten genutzt werden kann.
Stellen sich die Anwohner so eine Tonne auf ihr Grundstück, sollen sie dann mithelfen, die Bäume und Grünflächen in der Stadt mit dem gesammelten Wasser zu bewässern. Die Container können laut Stadt für private Grundstücke angefragt werden, stehen aber auch auf öffentlichen Flächen wie dem Kolpingplatz:
Interessierte können sich auf den Seiten der Stadt Düsseldorf für die jeweiligen Aktionen anmelden.
Unsere Quellen:
- Freiwillige Feuerwehr Viersen
- Gespräch mit Julia Stratmann, BUND NRW
- Stadt Düsseldorf
- Gießkannenheld:innen von Pro Düsseldorf
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 03.08.2026, 19:30 Uhr
