Streit um Fernwärme-Versorgung in Düsseldorf
Bildquelle: WDR / Annika MüllerWDR. 02:29 Min.. Verfügbar bis 18.08.2028.
Rund 1000 Euro mehr pro Jahr für warmes Wasser und die Heizung zahlen? Das fürchtet Anwohner Dieter Busch aus Düsseldorf-Garath. Denn in Zukunft wird der Verbrauch der Fernwärme für Kunden hier anders bemessen.
Außenansicht des Heizkraftwerkes Garath
Bildquelle: WDR / Annika MüllerBusch hat verschiedene Berechnungen angestellt. Das Ergebnis: Die Eigentümer der Einfamilienhäuser müssten im Schnitt etwa 700 Euro pro Jahr draufzahlen. Für den 71-jährigen Rentner ist das nicht zu aktzeptieren: "Es wird ja nicht mehr Energie geliefert, nur neue Zähler hingestellt". Busch ist Mitinitiator von der Interessensgemeinschaft Fernwärme-Garath (IGF), die sich gegen erwartete Preiserhöhungen organisieren.
Technik aus 1960er Jahren
Bisher wird in Garath der Verbrauch mit sogenannten Volumenstrommessern gezählt. Laut den Düsseldorfer Stadtwerken ist diese Technik aber veraltet. Sie stammt aus den 1960er Jahren - und gibt es damit, seitdem Garath mit Fernwärme beliefert wird.
Dieter Busch von der IGF Garath
Bildquelle: WDR / Annika MüllerJetzt sollen die Messgeräte bis Ende 2028 ausgetauscht werden. Dann wird die sogenannte Wärmemenge gemessen. Sie soll den tatsächlichen Energieverbrauch beim Heizen genauer darstellen.
Garath ist der einzige Stadtteil mit dieser alten Messtechnik
Der Austausch ist wichtig, da die veraltete Technik nur noch in Garath angewendet wird. Denn schon die Beschaffung von Ersatzteilen wird damit zum Problem - "eine Neubeschaffung ist total schwierig, da es kaum noch Anbieter dafür gibt", so Michael Zimmermann von den Stadtwerken.
Zu vereinfacht findet er die berechneten Zahlen von Dieter Busch und den Mitgliedern von IG Fernwärme-Garath. Laut ihm habe man eine Preisspanne zwischen minus und plus 200 Euro pro Jahr aus alten Abrechnungen von Garather Kunden festgestellt.
Stadtwerke raten zu Erneuerungen
Wie hoch die Preisunterschiede wirklich sind lässt sich laut den Stadtwerken aber nicht pauschal sagen, sondern hängt immer von individuellen Faktoren ab, zum Beispiel vom Verbrauch und dem Sanierungszustand des Hauses.
Michael Zimmermann, Projektleiter für Fernwärme in Garath
Bildquelle: WDRDie Stadtwerke raten, sich so früh wie möglich mit der Installierung und dem neuen Vertrag zu befassen und sich um die angekündigten Fördermaßnahmen zu kümmern. Hierbei gibt es Förderungen für die Erneuerung an der Hausanlage und auch für den Austausch des Trinkwassererwärmers.
"Wir sind gefangene Kunden"
Die Mitglieder der Garather Gruppe will sich auf jeden Fall weiter wehren. Sie wollen, dass ihre Sorgen ernst genommen werden. Den Berechnungen der Stadtwerke vertrauen sie nicht. Auch, weil ein Anbieterwechsel bei Fernwärme nicht möglich ist.
Dieter Busch fühlt sich als "gefangender Kunde" und will gemeinsam mit seinen Nachbarn prüfen, ob sie dem Austausch der Zähler zustimmen müssen. Laut den Stadtwerken wird daran kein Weg vorbeiführen - Schließlich haben sie dann die gleiche Technik wie alle anderen Statteile in Düsseldorf auch. Im Oktober wollen sich Vertreter der Stadtwerke und die Anwohner treffen und über eventuelle Kompromisse sprechen.
Unsere Quellen:
- Eindrücke von WDR-Reporterin vor Ort
- Stadtwerke Düsseldorf
- IG Fernwärme-Garath
- Gespräch mit Dieter Busch von der IG Fernwärme-Garath
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 18.08.2026, 19:30 Uhr
