Shiran Luzon und Shmulik Amsalem knien neben einem alten Waggon der Rheinbahn. Ganz genau schauen sie sich an, wie die Ausbilder der Düsseldorfer Feuerwehrschule die Bahn vorne einige Zentimeter angehoben haben. Sie machen Fotos von der hydraulischen Vorrichtung und den Holzklötzen, die das Konstrukt absichern.
Denn die beiden Feuerwehrmänner sind zu Besuch in Düsseldorf, um zu lernen. Luzon ist Leiter der israelischen Feuerwehr, Amsalem leitet die Feuerwehr in Jerusalem. In Israel werden derzeit viele U-Bahn-Schächte gebaut. "Wir haben ein Problem damit, zum Zug zu gelangen und Rettungsmaßnahmen durchzuführen", sagt Luzon. Die Düsseldorfer Feuerwehr hat dabei Techniken, von denen die israelische Feuerwehr profitieren könnte.
Düsseldorfer Feuerwehr war schon im Herbst in Israel
Der Besuch von Shiran Luzon und Shmulik Amsalem ist Teil der Initiative "Shalom Chaveruth" (Hebräisch für Frieden und Freundschaft), mit der die Landesregierung kommunale Partnerschaften in Israel und Nordrhein-Westfalen fördern will.
Es ist nicht das erste Zusammentreffen der Düsseldorfer und israelischen Feuerwehr. Schon im September vergangenen Jahres waren Vertreter der Düsseldorfer Feuerwehr zu Besuch in Israel. Mit dabei war Christoph Schäfer: "Wir haben uns dort in der Leitstelle die Prozesse angeschaut, vor allem im Hinblick auf Digitalisierung und Automatisierung. Ziel ist es auch in Düsseldorf, die Prozesse innerhalb der Leitstelle zu beschleunigen und vor allem im Notrufdialog die Information schneller zu erschließen und schneller zugänglich zu machen."
Christoph Schäfer war im September schon in Tel Aviv.
In Israel wird derzeit ein neues Einsatz- und Kommunikationssystem aufgebaut, das KI nutzt. Es soll automatisch Fahrzeuge zum Einsatzort schicken - und zwar immer das Fahrzeug, das dem Einsatzort am nächsten ist und damit nicht zwingend ein Fahrzeug der örtlichen Feuerwehr, sondern zum Beispiel auch von der Feuerwehr aus dem Nachbarort. Durch die digitale Einsatzleitung und ein ausgeklügeltes Freiwilligensystem dauere es in Israel durchschnittlich 30 Sekunden, bis ein Ersthelfer nach einem Notruf beim Patienten ist.
Minister Liminski spricht von "Win-Win"
Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski spricht von einer "Win-Win-Situation": "Unsere Länder lernen voneinander, um besser Leben retten zu können." 2020 hat die Landesregierung für genau solche Projekte ein Landesbüro in Tel Aviv eröffnet. Der Leiter dieses Büros, Gil Yaron, hat die Kooperation zwischen den Feuerwehren initiiert und begleitet auch den Besuch in Düsseldorf.
Er sieht das Potenzial der Zusammenarbeit auch beim Thema Vegetationsbrände, bei dem die Israelis deutlich mehr Erfahrung hätten und etwa auch Drohnen einsetzen, um Brände frühzeitig zu erkennen und ihr mögliches Ausmaß zu analysieren. "All dies sind Dinge, die wir in Nordrhein-Westfalen lernen müssen. Mit dem Klimawandel verändert sich hier sehr viel."
Shiran Luzon und Gil Yaron im Gespräch mit der Düsseldorfer Feuerwehr.
Am Montagmittag begrüßte Liminski die Gäste aus Israel. Anschließend besuchten sie die Feuerwehrschule und die Düsseldorfer Rheinkirmes. Hier tauschten sie sich gemeinsam mit Vertretern der Düsseldorfer Feuerwehr über die Einsatzorganisation bei Großveranstaltungen aus.
Übung in Düsseldorfer U-Bahn-Tunnel
Am Dienstag will die Düsseldorfer Feuerwehr den israelischen Kollegen außerdem das Löschboot zeigen und am Abend bei einer Übung den Einsatz in einem U-Bahn-Tunnel demonstrieren.
Die Düsseldorfer Feuerwehr demonstriert den israelischen Kollegen die Rettung einer Person, die unter einer Bahn eingeklemmt wurde.
Der Austausch zwischen der Düsseldorfer und der israelischen Feuerwehr soll auch nach diesem Besuch fortgeführt werden, um kontinuierlich voneinander lernen zu können.
Unsere Quellen:
- Reporterin vor Ort
- Feuerwehr Düsseldorf
- NRW-Staatskanzlei
- Gespräch mit dem Leiter der israelischen Feuerwehr
Sendung: WDR.de, Feuerwehr Düsseldorf kooperiert mit Israel, 21.07.2026, 05:02 Uhr
Sendung: WDR 2, WDR 2 für Rheinland, Ruhrgebiet und Niederrhein, 21.07.2026, 15:32 Uhr