Mitgebrachter Skorpion sticht Fluggast in Düsseldorf | Aktuelle Stunde

Bildquelle: IMAGO/blickwinkel

WDR 00:42 Min. Verfügbar bis 22.08.2028

Skorpionstich am Düsseldorfer Flughafen Skorpion in der Jacke sticht Kos-Urlauberin

Stand:

Der Skorpion hatte sich auf der griechischen Insel Kos in der Jacke einer 52-jährigen Frau versteckt. Als sie am Freitag nach ihrer Landung am Düsseldorfer Flughafen in die Jacke hineingreift, sticht das Gifttier zu.

Nähere Informationen zu ihrem Gesundheitszustand gibt es am Montag nicht. Die 52-Jährige war nach dem Stich des Skorpions sofort vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht worden. Auf dem Weg soll sie über Schmerzen geklagt haben, die einem Wespenstich ähneln. Sie sei aber ansprechbar gewesen.

Nach Abstimmung mit dem leitenden Notarzt wurde die Patientin dann zur weiteren Versorgung in eine Klinik verlegt. Die Frau sei zu keiner Zeit in Lebensgefahr gewesen, so Süleyman Ucar, Pressesprecher des Düsseldorfer Flughafens.

Skorpion wurde in Reptilienzoo gebracht

Ein Reptilienexperte der Feuerwehr Düsseldorf konnte den Skorpion einfangen und identifizieren. Demnach handelt es sich um einen gelben Mittelmeerskorpion. Das Tier wurde von der Feuerwehr in den Terra-Zoo in Rheinberg gebracht.

Wie gefährlich sind Skorpionstiche?

Skorpionstiche sind in Deutschland extrem selten. Die Giftzentrale Bonn schreibt auf ihrer Webseite, dass von 1.500 Skorpionarten weltweit nur 25 in der Lage sind, einen Menschen tödlich zu verletzen. Der aufgefundene gelbe Mittelmeerskorpion zählt zu den giftigsten Skorpionen weltweit, für Kinder kann ein Stich tödlich sein.

Im Gegensatz zu Spinnen beißen Skorpione nicht, sondern sie stechen. Die Einstichstelle ist in der Regel wie nach einem Wespenstich sehr schmerzhaft, geschwollen und gerötet. Die Symptome können von allgemeinen Krankheitszeichen begleitet werden. Besonders bei Kindern können sie heftig auftreten.

Als Erste Hilfe bei Skorpionstichen empfiehlt die Giftzentrale:

  • Ruhe bewahren
  • Körperteil ruhig stellen
  • Weder Abbinden noch Ausschneiden der Stichstelle, um eine Infektion zu vermeiden
  • Medizinische Hilfe suchen (vor allem Kinder müssen sofort in Behandlung)
  • Wenn der Skorpion getötet wurde, das Tier aufbewahren. Dadurch kann es später identifiziert und ggf. ein Gegengift verabreicht werden.

Reise ans Mittelmeer: Bitte Kleidung und Schuhe kontrollieren

Flughafensprecher Ucar rät Reisenden, Schuhe und Kleidungsstücke vor dem Abflug zu kontrollieren. Vor allem, wenn sie in heißen Ländern unterwegs gewesen sind. Trotzdem seien solche Vorfälle sehr selten, so der Flughafensprecher.

"Wichtig ist, dass man auch weiß, dass in Südeuropa gefährliche Skorpionarten vorkommen und dass man damit rechnen muss." Prof. Torsten Feldt, Bereichsleiter Tropenmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf
Auf dem Bild sieht man einen Mann im Universitätsklinikum Düsseldorf, der in die Kamera lächet, der Mann heißt Thorsten Feldt

Prof. Torsten Feldt, Universitätsklinikum Düsseldorf

Bildquelle: WDR/Büsdorf

Prof. Thorsten Feldt ist Oberarzt und Leiter im Bereich Tropenmedizin am Universitätsklinikum Düsseldorf und betont, dass die allermeisten europäischen Skorpione harmlos seien, man jedoch bei einem Stich vorsichtshalber ärtzliche Hilfe aufzusuchen sollte.

Weitere ungebetene Tiere im Gepäck

Immer wieder reisen unerwünschte Tiere im Gepäck mit. Laut Umweltbundesamt gelangen besonders häufig Bettwanzen aus Hotelbetten in offene Koffer und Taschen. Auch Kakerlaken werden über Lebensmittel, Kartons oder Elektrogeräte eingeschleppt. Frische Lebensmittel sollten Reisende deshalb dicht verschließen, damit Schaben sie nicht erreichen können. Das Risiko, aus Versehen einen giftigen Skorpion einzuschleppen und dann auch noch von ihm gestochen zu werden, ist im Urlaub dagegen relativ gering.

Infektionskrankheiten häufiger als giftige Tiere

Laut Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein sind die häufigsten "Reisemitbringsel" Magen-Darm-Infektionen und grippale Infekte. Da helfen meistens schon Medikamente aus der klassischen Reiseapotheke, so eine Sprecherin.

Vor dem Urlaub sollte man sich darüber informieren, welche Krankheiten vor Ort sind, rät Prof. Torsten Feldt. Für viele Krankheiten gäbe es mittlerweile Impfungen oder gute Möglichkeiten der Prophylaxe.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags hieß es, die Patientin sei zur weiteren Vorsorge in eine Universitätsklinik verlegt worden. Diese Information stützte sich auf eine Pressemitteilung der Feuerwehr Düsseldorf vom 21.08.2026, 20:26, und eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa vom 22.08.2026, 15:54. Nach unseren Recherchen ist bisher noch nicht bekannt, in welche Klinik die Patientin vom Flughafen aus gebracht wurde.

Mitgebrachter Skorpion sticht Fluggast in Düsseldorf

WDR 22.08.2026 00:32 Min. Verfügbar bis 22.08.2028

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Unsere Quellen:

  • Feuerwehr Düsseldorf
  • Nachrichtenagentur AFP
  • WDR-Gespräch mit Süleyman Ucar, Pressesprecher Flughafen Düsseldorf
  • Giftzentrale Bonn
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein e.V.
  • Robert-Koch-Institut
  • WDR-Gespräch mit Torsten Feldt, Leiter Bereich Tropenmedizin Universitätsklinikum Düsseldorf

Erstveröffentlichung des Artikels am 22.08.2026

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