Mit 27 Professorin: Ihre Forschung gibt Krebspatienten neue Hoffnung
WDR. 03:17 Min.. Verfügbar bis 06.06.2028.
Sie ist eine der jüngsten Professorinnen des Landes und gerade zur besten Nachwuchswissenschaftlerin Deutschlands gekürt worden. Die Leopoldina, Deutschlands höchste wissenschaftliche Instanz, hat Laura Hinze von der Universität Düsseldorf ausgezeichnet. Ihr Ziel: Dafür sorgen, dass Krebszellen nicht mehr resistent gegen Therapien sind - und damit Millionen Menschen helfen. "Das ist eine große Ehre und ein weiterer Ansporn", sagt sie und und arbeitet schon wieder weiter.
Morgens Ärztin, abends Forscherin - und dazwischen kaum Luft
Frühdienst, Kinderonkologie, Uniklinik Düsseldorf. Laura Hinze eilt durch die Tagesklinik, Kontrolltermine, Neuaufnahmen. Im Zimmer 1 wartet ein Säugling mit seinen Eltern - auch er hat Krebs. "Wir müssen ihn einmal pieksen, wegen der Blutuntersuchung", sagt sie ruhig. Das Baby weint. Die Mutter hält die Hand. Laura Hinze hält beides zusammen: medizinisches Wissen und menschliche Wärme. Die Familien hier vertrauen der jungen Frau.
Mit 16 Abitur, mit 17 Doktorarbeit - wie macht sie das?
Aufgewachsen in Minden, zwei Klassen übersprungen, Abitur mit 16. Mit 17 begann sie ihre Doktorarbeit, parallel zu Medizin studierte sie auch noch BWL, aus reiner Neugier. Zwei Jahre forschte sie in den USA, brachte eine Idee mit zurück, die heute ihr Team in Düsseldorf antreibt: Warum sprechen Leukämiezellen nicht auf Chemotherapie an? Und wie lässt sich das ändern?
"Krebszellen aushungern" - eine Idee, die alles verändern könnte
Bösartige Tumore ernähren sich von bestimmten Proteinen. Blockiert man diesen Zugang, können sie nicht überleben. "Ganz vereinfacht: Es geht darum, wie man Krebszellen verhungern lassen kann", erklärt Hinze. Das klingt simpel, ist es aber nicht. Gelingt es, könnten Krebszellen ihre Resistenz gegen Therapien verlieren - ein Durchbruch nicht nur bei Leukämie, sondern auch für andere Krebsarten.
70-Stunden-Woche, Geburtstag im Büro - und trotzdem glücklich
Ihre Forschung macht sie an den Wochenenden und nach Feierabend. Denn sie hat eine reguläre 40-Stunden-Woche als Kinderärztin an der Uniklinik Düsseldorf. "Ich zähle die Arbeitsstunden gar nicht", lächelt sie. Für sie sei Forschung einfach Leidenschaft. "Ich will diese Krankheiten verstehen", sagt sie. Da werde die 70-Stunden-Woche nun einmal Normalität.
"Ich muss mit dem, was ich tue, zutiefst glücklich sein", sagt sie. "Das ist meine Erfüllung und meine persönliche Berufung - und das will ich mir erhalten." Der kleine Patient aus Zimmer 1 wurde übrigens zur weiteren Behandlung auf Station aufgenommen. Die nächsten Wochen werden für ihn und seine Familie entscheidend sein. Laura Hinze und das Team der Kinderonkologie werden sie dabei begleiten. Die junge Professorin weiß: Es gibt noch viel zu tun.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
- Gespräch mit Professorin Laura Hinze
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Düsseldorf, 05.06.2026, 19:31 Uhr