"Wir glauben, es liegt am Blinddarm", sagt die fünfjährige Alena ganz überzeugt, als sie, mit einem grünen OP-Kittel bekleidet, ihre Puppe Nils wieder in den Kinderwagen legt. Gerade hat sie ihn gemeinsam mit ihrem Teddydoc mit Skalpell und anderen Instrumenten operiert. Jetzt geht es Nils schon besser. Im Kinderwagen ist sie jetzt weiter unterwegs zur Apotheke, für die richtigen Medikamente.
"Wir mussten heute Morgen schon die Ersten sein, das ist bei ihr großes Thema", schmunzelt Alenas Vater Paul Prasser über seine Tochter, die zum zweiten Mal dabei ist: "Solche Angebote nehmen natürlich Berührungsängste." Genau das ist das Ziel des "Teddybär-Krankenhauses" an der Düsseldorfer Uniklinik, das am Sonntag wieder geöffnet hatte.
An rund zehn verschiedenen Stationen durchlaufen die Kuscheltiere der Kids einen Arzt- oder Krankenhaus-Besuch – je nachdem, mit welchen Problemen das Kuscheltier gekommen ist.
Kinder lernen spielerisch medizinische Abläufe kennen
Tomaso mit Plüsch-Wölfin Giorgia beim Ultraschall
Der fünfjährige Tomaso ist mit seiner Plüsch-Wölfin Giorgia gerade beim Ultraschall angekommen. Pflegeazubi Nelson scannt den Bauch des Kuscheltiers. Auf dem Monitor erscheinen mehrere bunte Bärchen-Figuren. "Da hat wohl jemand gerade Gummibärchen gegessen", sagt er und schmunzelt.
Nelson ist einer von rund 30 Studierenden und Azubis, die die Kinder durch die Stationen begleiten. Er ist das erste Mal dabei. "Viele Kinder sind am Anfang noch überfordert und zurückhaltend, aber das legt sich bei vielen. Das Teddybär-Krankenhaus ist eine schöne Möglichkeit, den Kleinen ihre Furcht zu nehmen", sagt er in einer kurzen Pause, bevor der nächste Stoff-Patient schon verarztet werden soll.
Teddybär-Krankenhaus bei vielen Kids beliebt
Schon am Vormittag bildeten sich vor den beiden Diagnosen-Tischen am Anfang der Stationen lange Schlangen von Eltern mit ihren Kindern. Das Teddybär-Krankenhaus ist bei vielen Kindern beliebt, so dass die meisten schon ein paar Mal da waren.
Die sieben Jahre alte Hannah bekommt am großen Teddybär Erste-Hilfe-Tipps.
Hannah, sieben Jahre alt, hat gerade ein Pflaster auf ihr rosafarbenes Faultier bekommen. Jetzt erklärt ihr ein Medizinstudent an einem großen Teddybär, wie man erste Hilfe leisten kann. "Ich finds cool hier", erzählt sie. "Wir sind schon zum dritten Mal dabei mit ihr", sagt Hannahs Vater Daniel Jansen. "Ich find das ein tolles Angebot und man merkt, wie das hilft. Beim Kinderarzt haben wir nie Probleme, dass sie vor irgendwas Angst hat."
Positive Erlebnisse für das spätere Leben
Mitorganisatorin Julia Fischer freut sich über den großen Zuspruch.
Mitorganisatorin Julia Fischer von der Medizin-Fachschaft der Uniklinik freut sich auch in diesem Jahr wieder über den großen Andrang: "Oft bekommen wir besonders aus der Kinderklink positives Feedback und Geschichten von Eltern zu hören, die berichten, dass Kinder den Ablauf als Patienten selbst mit den Erfahrungen aus dem Teddybär-Krankenhaus verknüpfen."
Aber auch die Studierenden lernen durch das Teddybär-Krankenhaus einiges dazu: "Für die Teddydocs ist das eine tolle Erfahrung und auch schon eine Vorbereitung auf die Betreuung und die Kommunikation mit Kindern und Patientinnen im späteren Arbeitsleben", erklärt Fischer.
Ziel: Ängste frühzeitig abbauen
Das Düsseldorfer Teddybär-Krankenhaus richtet sich vor allem an Kinder zwischen drei und sechs Jahren. "Gerade Kinder im Kindergartenalter sind besonders neugierig und verarbeiten neue Erfahrungen intensiv", sagt Mitorganisatorin Julia Fischer.
Im Teddybärenkrankenhaus sammelten sie positive Erfahrungen mit medizinischen Abläufen und Menschen in weißen Kitteln. Dadurch würden Berührungsängste abgebaut, das Vertrauen in Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal gestärkt und verhindert, dass Ängste überhaupt entstehen.
Unsere Quellen:
- Beobachtungen des Reporters vor Ort
- Medizinstudierende
- Besuchende Eltern und Kinder
- Uniklinik Düsseldorf
- Mitorganisatorin Julia Fischer
Sendung:WDR.de, Dank dem Kuscheltier ohne Angst zum Arzt, 28.06.2026, 13.06 Uhr
