Düsseldorf: Hilfe für Enten in der Stadt
WDR. 28.07.2026. 03:16 Min.. Verfügbar bis 28.07.2028.
Nach seinem Türkei-Urlaub entdeckt Yildrim Topuz eine Überraschung auf seinem Balkon im Norden von Düsseldorf. In einem seiner Blumenkübel liegt ein einzelnes, großes Ei.
Der 69-jährige Nachtwächter rätselt zuerst, um was für ein Ei es sich handelt. Auch sein Nachbar weiß keinen Rat. Ein paar Tage später liegen dort zwölf Eier. Gelegt von einer Stockente, die seelenruhig auf dem Kübel brütet.
Auf menschliche Hilfe angewiesen
Um die Ente vor Regenwasser vom Nachbardach zu schützen, baut Topuz ein kleines Schutzdach aus einer Plastiktüte über dem Kübel. Was gut gemeint ist, zeigt das Dilemma der Tiere in der Stadt. Es gibt kaum noch natürliche Brutplätze an Gewässern.
Bei Yldrim Topuz gibt's für Vögel immer was zu holen.
Wildenten weichen deshalb immer häufiger auf Balkone, Flachdächer oder in abgeschlossene Gärten aus. Für geschlüpfte Küken bedeutet das oft den Tod. Sie finden auf den Balkonen weder Wasser noch Futter oder stürzen aus großer Höhe herbab. Ohne menschliche Hilfe können die Jungtiere nicht überleben. Deshalb laufen beim Tiernotruf in der Brutzeit die Telefone heiß.
Rettungseinsatz im Innenhof
Einige Kilometer weiter südlich ist Julius Biron vom Tiernotruf Düsseldorf im Einsatz. Eine andere Entenmutter sitzt mit ihren frisch geschlüpften Küken in einem komplett eingemauerten Innenhof fest. Mit geübten Bewegungen fängt der Tierretter die Familie vorsichtig ein.
Ein Transport zum nahen Schwanenspiegel kommt nicht infrage, da dort aggressive Schwäne die Küken attackieren würden. Biron bringt die Entenfamilie an ein ruhiges Ufer der Düssel im Südpark. Hier können sich die Tiere verstecken und selbst Futter suchen. Selbst in dieser natürlichen Umgebung überlebt am Ende oft nur ein Drittel der Küken. Doch im eingemauerten Innenhof hätten sie gar keine Chance gehabt.
Übrig bleibt ein geplündertes Nest
Auf dem Balkon von Yildrim Topuz gibt es kein Happy End. Nach mehreren Wochen brüten sind plötzlich elf der zwölf Eier spurlos verschwunden. Nur ein einziges Ei liegt noch einsam im Blumenkübel. Topuz vermutet, dass Raben, Elstern oder Eichhörnchen das Nest geplündert haben.
Die Entenmutter versucht danach noch zwei Tage lang vergeblich, ihr letztes Ei auszubrüten. Topuz hatte sich schon auf Entennachwuchs gefreut. Sollte die Ente im nächsten Jahr wiederkommen, will er das Nest besser beschützen.
Unsere Quellen:
- Eindrücke und Interviews des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Düsseldorf, 28.07.2026, 19:30 Uhr
