Appeltaten-Kirmes in Essen abgesagt: Die Kosten sind deutlich gestiegen.
Bildquelle: Stadt BochumKosten immer höher : Älteste Kirmes in Essen abgesagt
Stand:
Die Appeltatenkirmes ist die älteste Kirmes in Essen. Seit mehr als 800 Jahren findet sie in Essen-Werden statt - eigentlich heißt sie "Ludgerus-Kirmes", in Anlehnung an den Heiligen der katholischen Kirche. In diesem Jahr findet sie nicht statt. Sie ist zu teuer geworden, sagen die Essener Schausteller.
"Es schmerzt uns ohne Ende, dass wir die Appeltatenkirmes in Essen-Werden absagen mussten", bedauert Schaustellerpräsident Albert Ritter den Schritt. Der sei aber unumgänglich. Grund: gestiegene Kosten und zu wenig Bewerbungen für die Kirmes.
Vor allem die Stromkosten sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, sagt Ritter. Die Schausteller müssen für die Kirmes teuren Baustellenstrom einkaufen, erklärt der Schaustellerpräsident. Außerdem gibt es eine neue EU-Regelung für Transformatoren: Alte müssen abgeschafft werden, die Miete für einen modernen Trafo kostet die Schausteller bis zu 3.000 Euro für die Kirmes in Essen.
Zu wenig Bewerbungen lassen Kosten pro Teilnehmer steigen
Dazu kommt: Der September und Oktober sind die kirmesstärkste Zeit in NRW, es gibt also viel Konkurrenz für die traditionsreiche Kirmes im Essener Süden. Dadurch gab es in diesem Jahr weniger Bewerbungen von Schaustellern für die Appeltatenkirmes.
Da die gestiegenen Kosten auf die teilnehmenden Schausteller umgelegt werden, heißt das auch, dass jeder Einzelne mehr zahlen müsste. Für einige war das zu teuer, sie haben deswegen ihre Bewerbungen zurückgezogen.
Gibt es Hoffnung für die Appeltaten-Kirmes?
Ganz aufgeben wollen die Schausteller die Kirmes aber nicht. Ritter hat Hoffnung für die Zukunft: "Wir versuchen, die Kirmes im nächsten Jahr wieder auszurichten. Wir schreiben auf jeden Fall wieder aus." Allerdings müssten sich dann mehr Schausteller bewerben als in diesem Jahr.
Albert Ritter bedauert die Absage der traditionsreichsten und ältesten Kirmes in Essen.
Bildquelle: WDR / NiermannDie Schausteller in Essen organisieren die bisher sieben Kirmesveranstaltungen in Essen selber und zahlen so auch alle Kosten. Die Stadt Essen habe sich in den 1960er Jahren als Veranstalter dieser Veranstaltungen zurückgezogen, so Ritter. In anderen Städten sei das anders, zum Beispiel bei der "Cranger Kirmes" in Herne - die werde vom Ordnungsamt ausgerichtet, erklärt er.
Unsere Quellen:
- Gespräch mit Albert Ritter, Interessengemeinschaft der Schausteller Essen
Sendung: WDR.de, Traditionsreiche Appeltatenkirmes in Essen abgesagt, 25.08.2026, 9:30 Uhr