Erst zwei Stunden Regen, dann Tausende, die gleichzeitig zu den Bussen wollen: So endete der Samstagabend am Baldeneysee für viele Ayliva-Fans. In sozialen Netzwerken ist danach von Chaos die Rede.
TikTok-Videos zeigen dichtes Gedränge an den Bussen, in den Kommentaren geht es um lange Wartezeiten und mangelnde Sicherheit. Dem WDR liegt der Bericht eines Besuchers vor, der anonym bleiben möchte. Sein Name ist der Redaktion bekannt.
Polizei zieht positives Fazit: keine Straftaten, keine Festnahmen
Die Polizei Essen hat den Abend anders erlebt. Keine Störungen, keine Straftaten, keine Festnahmen. Nach rund einer Stunde war das Gelände leer. Ein Shuttlebus hatte einen Unfall, die übrigen 29 reichten aus. Viele Fans, sagt die Polizei, seien schlicht zum ersten Mal auf einem Open Air gewesen.
Es war eine außerordentlich schöne Atmosphäre – trotz der doch schwierigen Wetterverhältnisse. Tanju Yolasan, Veranstalter
Genau darin sieht auch der Veranstalter den Grund. Die Kölner Agentur Livemodus richtet seit zwölf Jahren Konzerte am Seaside Beach aus, am Samstag kamen knapp 20.000 Menschen.
Veranstalter widerspricht Chaos-Vorwürfen nach Ayliva-Konzert in Essen
Bildquelle: WDR /J.B.WDR. 1 Min. 12 Sek.. Verfügbar bis 01.09.2028.
Am Ablauf habe sich nichts geändert, sagt Geschäftsführer Tanju Yolasan: "Es gab keine Änderungen im Vergleich zum Freitag oder auch zu den Vorjahren." Im Gegenteil: Weil ein jüngeres Publikum erwartet wurde, fuhren fünf Busse mehr als gefordert.
Keine aggressive Stimmung trotz zwei Stunden Dauerregen
Der zweite Grund war aus seiner Sicht das Wetter. Bis etwa 21 Uhr habe es durchgeregnet. Familien mit kleinen Kindern hätten stundenlang nass in der Menge gestanden – und wollten danach schnell nach Hause.
"Mag es sein, dass man vielleicht etwas schnellere Prozesse erwartet hat", sagt Yolasan und verweist auf Fußballspiele: Auch dort sitze nach dem Abpfiff niemand nach 20 Minuten im Auto. Eine aggressive Stimmung habe es zu keinem Zeitpunkt gegeben.
Die gesperrten Straßen rund um das Gelände sind laut Stadt Teil des Sicherheitskonzepts, das gemeinsam mit der Polizei entstand: Nur so kämen alle zügig zu Bussen und S-Bahn. Beschwerden hat die Stadt bislang keine bekommen. Im nächsten Sommer stehen am Baldeneysee zwei weitere Konzerte an. Am Konzept soll sich nichts ändern.
Unsere Quellen:
- Videointerview mit Tanju Yolasan, Geschäftsführer der Live Modus Event- & Konzertagentur GmbH, Köln
- Telefonische Auskunft der Pressestelle des Polizeipräsidiums Essen
- Schriftliche Auskunft der Stadt Essen
- Telefonat mit dem Betreiber des Seaside Beach Baldeney
- Schriftlicher Erfahrungsbericht eines Konzertbesuchers, Name der Redaktion bekannt
- Beiträge und Kommentare auf TikTok
Sendung: WDR.de, Polizei widerspricht Chaos-Vorwürfen nach Essener Ayliva-Konzert, 01.09.2026, 19:14 Uhr
