Courbet-Ausstellung im Folkwang Museum Essen eröffnet

WDR 03:15 Min. Verfügbar bis 16.07.2028

Maler und Rebell Gustave Courbet-Ausstellung im Essener Museum Folkwang

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Der Franzose Gustave Courbet malte Menschen auf eine Weise, die sich vor 200 Jahren sonst niemand traute. Menschen in Alltagssituationen. Sein bekanntestes Werk zeigt die gespreizten Schenkel und die Vulva einer nackten Frau.

Ein ganzer Ausstellungs-Raum nur mit Darstellungen von Frauen und nackten weiblichen Körpern. Türkisblau ist die Wandfarbe. Lili-Vienne Debus ist extra aus Wien nach Essen ins Museum Folkwang gekommen und kennt die Wirkung dieser Werk-Zusammenstellung. Als Co-Kuratorin erzählt sie vom Erfolg der Gustave Courbet-Schau im Leopold Museum Wien.

Courbets bekanntestes Werk "Ursprung der Welt" zu sehen

"Es war von uns nicht beabsichtigt, aber 'Der Ursprung der Welt' war ein echter Publikumsmagnet", so Debus. Eine Extra-Museums-Aufsicht allein für Courbets bekanntestes Bild gibt es auch im Museum Folkwang. Die Leihgabe aus dem Pariser Museum D'Orsay muss sich immer wieder dem Vorwurf der Pornografie stellen.

Gemälde: Mann mit Pfeife, dunkler Hintergrund

Der "Mann mit Pfeife" ist ein Selbstbildnis des Malers Courbet

"Aber es geht darum, dass sich Besucher einen eigenen Zugang zum 'Ursprung der Welt' verschaffen." Das gelingt sofort - und auch bei vielen der rund 100 anderen Werke des französischen Realisten Gustave Courbet (1819 - 1877). Erster Eindruck beim Durchlauf: satte Farben, immer wieder Natur, das Meer, die Berge, Tiere, die Schönheit männlicher und weiblicher Körper.

"Ganz normale Leute" - Damals ein Skandal

Gemälde von rothaariger Frau mit Spiegel

Gemälde des französischen Malers Gustave Courbet sind im Essener Folkwang-Museum zu sehen

"Courbet ging es nicht darum, sich anzupassen, er machte auf sich aufmerksam", so Folkwang-Direktor Peter Gorschlüter. Mit diesem Kalkül hatte der Maler aus dem französischen Jura-Gebirge wirtschaftlich Erfolg. Gorschlüter führt uns zu dem XXL-Gemälde mit schläfrigen Männern nach dem Essen am Tisch. "Ganz normale Leute in so einem großen Format darzustellen, war damals ein Skandal", so Gorschlüter.

Portraits mit moderner Frische

Dick auftragen - das konnte Courbet. Mit einem fetten Pinselstrich, der damals revolutionär war, und mit einer ganzen Reihe von Selbst-Portraits. Wie sein oben erwähntes berühmtes Gemälde mit den gespreizten Schenkeln, haben auch seine Portraits eine moderne Frische.

Sein Portrait mit halb geschlossenen Augen und lässig-schmaler Pfeife im Mundwinkel wirkt wie zwischen-den-Geschlechtern, macht neugierig. Und das sind die Besucher auch: Sie treten überall näher, schauen genau.

"Ich, Gustave Courbet" im Museum Folkwang ist bis zum 8. November 2026 zu sehen.

Unsere Quellen

  • Museum Folkwang, Essen
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr, 16.07.2023, 19:30 Uhr

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