Baustelle der Essener Stadtbahn

WDR 02:35 Min. Verfügbar bis 28.07.2028

Halbzeit in Essen und Mülheim Wie läuft's bei den Baustellen der Stadtbahn?

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Es ist ein Mammutprojekt: drei große Baustellen gleichzeitig. Acht Wochen lang legt die Ruhrbahn gerade die Straßenbahnen U11, U17 und U18 in Essen und Mülheim lahm. Zur Halbzeit zeigt sich: die Arbeiten kommen voran.

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Jennifer Kerkhoff

"Wir tun unseren Kunden gerade richtig weh", sagt Anne Mertins von der Ruhrbahn. Aber es muss sein, denn auf den Gleisen wird gehämmert, verlegt und neu verfüllt. Das alte Schienennetz soll in neuem Glanz erstrahlen.

Bauarbeiten bewusst gebündelt

Alles fing an, weil an der U-Bahn-Haltestelle Berliner Platz in Essen Modernisierungs- und Brandschutzmaßnahmen nötig sind. Betroffen sind sowieso schon die U17 und die U11 - warum also nicht gleich zum Rundumschlag ausholen, dachten die Bauplaner der Ruhrbahn.

Um die Sperrzeit voll auszunutzen, werden die Baumaßnahmen jetzt gebündelt durchgeführt. Auch an der Karnaperstraße in Essen und an der Haltestelle Heißen Kirche in Mülheim werden das Schienennetz und teilweise die Fahrbahn erneuert.

Statt der Straßenbahnen fahren jetzt 40 Ersatzbusse. Der Schienenersatzverkehr ist so groß, dass die Ruhrbahn europaweit ausschreiben musste.

Ein gesperrter U-Bahn-Zugang am Berliner Platz in Essen

Die U-Bahn Station am Berliner Platz in Essen

Was bedeutet die Sperrung für die Fahrgäste?

Der Linienbetrieb der U11 wird komplett eingestellt, so dass zwischen der Gelsenkirchen-Buerer Straße und Messe West/Süd-Gruga Busse statt Bahnen fahren.

Auch die U-Bahn-Linien U17 und U18 sind in Teilabschnitten betroffen. Die Wege zu den Ersatzhaltestellen sind ausgehangen und auf der Informationsseite der Ruhrbahn hinterlegt.

Vierfach-Gleiskreuzung wird in Mülheim erneuert

An der Haltestelle Heißen Kirche in Mülheim wird eine Vierfach-Gleiskreuzung erneuert. Das sei kompliziert. Ein Gleiskreuz wiegt bis zu acht Tonnen und ist nur mit dem Kran zu bewegen. Dann müssen die neuen Schienen auf der Strecke eingepasst werden und da ist Muskelkraft gefragt. Die Arbeit mit Hammer, Spitzhacke und Druckluftnagler ist anstrengend und laut.

"Es ist ein Maschinenkampf." Thomas Reinders, Ruhrbahn

"Das ist richtig harte Maloche"

Die einzelnen Schienen und Gleiskreuze werden von Hand eingesetzt. "Das ist richtig harte Maloche und gleichzeitig Millimeterarbeit", erklärt Thomas Reinders, Sachgebietsleiter Gleisbau bei der Ruhrbahn. Dafür schwitzen die Bauarbeiter täglich auf den Gleisen. "Wir sind zum Glück gut ausgerüstet mit Ohrenschützern, Handschuhen auch dem Helm natürlich. An den Lärm gewöhnt man sich mit der Zeit", erzählt Bauarbeiter Phillip Timmer.

Alte Schienen stapeln sich am Straßenrand

Alte Schienen stapeln sich am Straßenrand

Schmutz und Lärm jeden Tag ab 7 Uhr morgens. Was sagen die Anwohner direkt nebenan? Sie haben es sich eigentlich schlimmer vorgestellt, meint Anwohnerin Simone Muhr. Auch sie fährt regelmäßig Bahn und hat vollstes Verständnis.

"Ich glaube, als die das letzt Mal modernisiert wurden, war ich noch nicht geboren." Simone Muhr, Anwohnerin

Gleisbauleiter ist optimistisch

Man liege gut in der Zeit, verkündet Gleisbauleiter Reinders. Er geht davon aus, dass alle Bauabschnitte rechtzeitig fertig werden und die Straßenbahnen ab dem 01. September 2026 wieder rollen. Dann soll das Schienennetz in Essen und Mülheim wieder fit für die Zukunft sein.

Unsere Quellen:

  • Gespräche und Beobachtungen der WDR-Reporterin vor Ort
  • Gespräch mit Sachgebietsleiter für Gleisbau und Mitarbeiterin der Ruhrbahn
  • https://sev.ruhrbahn.de/

Sendung: WDR.de, Baustelle der Essener Stadtbahn, 28.07.2026, 05:01 Uhr

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