Powerchair Hockey-Mannschaft aus Essen in der Bundesliga

WDR 02:35 Min. Verfügbar bis 21.05.2028

Mit 15 km/h im Rollstuhl Powerchair Hockey aus Essen in der Bundesliga

Stand:

"Schach mit Tempo 200" - so beschreibt der Trainer die Parasportart Powerchair Hockey. Die Ruhr Rollers spielen wieder Bundesliga.

Das Tempo wird angezogen. Amir Alizade hält den Schläger neben seinem elekrischen Rollstuhl und führt damit den Ball in Richtung Tor. Er holt aus und knallt den Ball mit hoher Geschwindigkeit ins Netz - Die Reifen quietschen. Genau das ist Powerchair Hockey.

Mehrere Spieler spielen in ihren elektrischen Rollstühlen auf dem Feld.

Jeden Donnerstag wird in Bochum trainiert, damit die Mannschaft Spitzenklasse bleibt.

Die Parasportart ist Feldhockey, aber mit elektrischen Rollstühlen. Höchstgeschwindigkeit: 15 km/h. Seit November, dem Ende der letzten Saison, spielen die Ruhr Rollers wieder in der Bundesliga mit. Für die Mannschaft ein unglaublicher Erfolg.

Manche Spieler haben einen T-Schläger am Rollstuhl

Die Spieler halten entweder einen Schläger in der Hand, mit dem sie den Ball führen, oder sie haben vorne am Rollstuhl einen "T-Schläger" befestigt. Damit können sie dann den Ball spielen.

Spieler Lars Dyringer sitzt in seinem Rollstuhl und lächelt

Spieler Lars Dyringer

Lars Dyringer ist Spieler und der Vorsitzende der Ruhr Rollers. Er spielt mit einem T-Schläger. Für ihn ist der Sport seine Leidenschaft. Gleichzeitig hat das schnelle Fahren auf dem Platz auch Vorteile für seinen Alltag: "Ich finde, der Sport hat mir mehr Selbstbewusstsein im Alltag gebracht. Und durch das ganze Rammen beim Fahren, kann man auch ein bisschen lernen mit dem Rollstuhl umzugehen."

Jeder Spieler wird in ein Punktesystem eingeteilt

Gespielt wird auf dem Feld fünf gegen fünf. Das Spielfeld ist mit Balken eingerahmt – damit der Ball nicht wegrollen kann. Um fair zu bleiben, hat man ein Punktesystem im Turnier, was wichtig für die Aufstellung ist: Jeder Spieler bekommt eine Punktzahl zugewiesen, je nachdem wie beeinträchtigt er ist.

Pro Team dürfen auf dem Spielfeld nur 12 Punkte spielen. Auch die Tore zählen etwas anders: Wenn ein Spieler mit einem T-Schläger ein Tor erzielt, zählt das doppelt, denn das ist viel schwieriger im Gegensatz zu einem Handschläger.

Die Mannschaft trainiert jetzt für ihren Klassenerhalt

Der Mannschaft ist jetzt wichtig, dass sie in der Bundesliga bleibt. An den Aufstiegstag erinnern sich die Spieler gerne zurück:

Bevor die Saison gestartet ist, hab ich meinem Trainer gesagt, dass wir aufsteigen werden, weil ich ein gutes Gefühl hatte und so war das dann auch. Es war auch bis zum letzten Spiel spannend – also das letzte Spiel war entscheidend. Amir Alizade, Spieler
Ich habe das auch erst so gar nicht richtig begriffen. Die Freude war für mich persönlich riesig und ich habe es miterlebt. Jan El-Osrouti, Spieler

Um das zu schaffen, trainieren sie jeden Donnerstag in einer Bochumer Sporthalle. Mitmachen können nicht nur Menschen, die auch im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen sind, sondern auch Fußgänger. Auch für weibliche Mitglieder ist der Sportverein offen - die Teams können gemischt spielen. Die Hauptsache ist, dass sie Spaß am Sport haben.

Unsere Quellen:

  • WDR Reporterin vor Ort

Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Ruhr12.05.2026, 19:30 Uhr

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