DRK sucht Blutspender

Bildquelle: WDR/Solveig Bader

WDR 3 Min. 21 Sek. Verfügbar bis 14.08.2028

Keine Lust auf Blutspende Hitze und Ferien lassen Blutvorräte schrumpfen

Stand:

Das DRK appeliert an Menschen, Blut zu spenden. Trotz Hitze und Ferien. Die Krankenhäuser bekommen aktuell zu wenig Blutkonserven.

Wieder Temperaturen weit über 30 Grad. Keine attraktive Situation, um Blut zu spenden. Doch Isabel Baron ist das trotzdem wichtig. Nach der Arbeit hat sie einen Termin im Pfarrzentrum Petershof in Essen-Kettwig. Im Erdgeschoss hat der DRK-Blutspendedienst West sein Equipment aufgebaut, der Saal ist klimatisiert, etwa 50 Blutspender haben sich angemeldet.

Isabel Baron ist routinierte Blutspenderin, lässt sich entspannt die Kanüle in den Arm stecken, ein halber Liter Blut fließt in einen Beutel. "Wenn mit meinem Blut der ein oder andere bessere Überlebenschancen bei Operationen hat, dann freue ich mich sehr darüber".

Deutlicher Einbruch bei Blutspenden

Eine Frau steht in einem Blutlabor

Katharina Schwert im Labor

Bildquelle: WDR/Solveig Bader

Seit Anfang Juni verzeichnen die Blutspendedienste des DRK einen Einbruch zwischen 10 und 40 Prozent. Die lang anhaltende Hitze und die Sommerferien hält viele davon ab, zur Blutspende zu gehen. "Die Lage ist noch nicht dramatisch", sagt Stephan David Küpper vom DRK, aber wenn sich dieser Mangel über weitere Wochen hinziehe, dann werde es schwierig.

Krankenhäuser bekommen weniger Blut

Der DRK-Blutspendedienst West versorgt zwei Drittel der Kliniken in Nordrhein-Westfalen mit Blutkonserven. Um die Versorgung sicherzustellen, werden zwischen 1500 und 2000 Blutspenden pro Tag benötigt. Daraus werden drei Präparate hergestellt: Blutplasma, Blutplättchen und rote Blutkörperchen. Sie kommen zum Beispiel bei Operationen und Chemotherapien zum Einsatz. Wegen der Flaute bei den Blutspenden werden aktuell die Bedarfe der Kliniken gekürzt. "Ist nicht genug Blut da, müssen gegebenenfalls Operationen verschoben werden", sagt Stephan-David Küpper, Pressesprecher beim DRK-Blutspendedienst West.

Trotz Hitze sind weitgehend alle angemeldeten Blutspender in Essen-Kettwig erschienen. Die meisten sind ältere Menschen, die seit Jahren zuverlässig für Nachschub sorgen. Georg Klüppel spendet seit seinem 18. Lebensjahr Blut. "Eine Familientradition, das ist heute meine 35. Spende".

Menschen spenden in einem Spenderaum Blut

DRK-Blutspendedienst in Essen-Kettwig

Bildquelle: WDR/Solveig Bader

Boomergeneration ist tragende Säule bei der Blutspende

Die angespannte Lage bei der Blutspende kann sich in Zukunft noch aus einem anderen Grund verschärfen. Die Babyboomer als tragende Säule der Blutspende werden nach und nach wegfallen. Und es gibt zu wenig jüngere Menschen, die das auffangen und Verantwortung übernehmen. Vorbehalte und Barrieren spielen eine Rolle: Für die Blutspende müssen sie sich mindestens eine Stunde Zeit nehmen und sie bekommen eine relativ große Nadel in die Armvene. "Nicht gerade attraktiv", so Stephan David Küpper vom DRK. Trotzdem müsse jedem bewusst sein, dass er mit einer Blutspende bis zu drei Patienten helfen kann.

"Die Boomergeneration hat über Jahrzehnte die Blutspende getragen. Wir brauchen bei den Jüngeren mehr Engagement, sonst kollabiert das System irgendwann". Stephan David Küpper, DRK Blutspendedienst West

Das Blut von Isabel Baron und den anderen Essener Spendern geht noch am selben Tag ins DRK-Zentrallabor nach Hagen. Hier wird es mithilfe von hochspezialisierten Maschinen auf Krankheitserreger wie zum Beispiel HIV und Hepatitis getestet, um den Empfängern sicheres Blut zu geben, Infektionen auszuschließen und die Blutgruppe zu bestimmen. Jede Spende ist auch ein medizinischer Kurz-Check für den Spender, um eigene Krankheiten früh zu erkennen.

Mitarbeiterinnen präparieren Blutspenden

Das DRK-Zentrallabor in Hagen

Bildquelle: WDR/Solveig Bader

Um mehr Spender zu gewinnen, führen die Blutspendedienste Informationskampagnen durch, auch schon an Grundschulen. Neben festen Blutspendezentralen gibt es auch mobile Aktionstermine wie in Essen-Kettwig. Und spenden kann jeder ab 18, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Auch an heißen Tagen sei das kein Problem, wenn man sich vorbereitet und vorher ausreichend trinkt und isst.

Unsere Quellen:

  • Gespräche der Reporterin vor Ort
  • DRK-Blutspendedienst West
  • DRK-Zentrallabor Hagen

Sendung: WDR.de, DRK sucht Blutspender, 14.08.2026, 05:03 Uhr

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