Tödliche Krankheit: Salamanderpest breitet sich jetzt auch in OWL aus
Stand:
Das Hochstift Forstamt warnt, dass sich die sogenannte Salamanderpest vom Sauerland aus weiter in OWL ausbreitet. Zuvor wurden in Bilsteintal im Arnsberger Wald bei Warstein in letzter Zeit mehrere tote Feuersalamander gefunden.
Die so genannte Salamanderpest verursacht offene Wunden bei Salamandern, an denen sie letztendlich sterben. Jetzt sind auch Arten im Teutoburger Wald gefährdet.
Kühle Bäche und feuchte Wälder mit vielen Buchen sind perfekt für Feuersalamander - deswegen ist er im Teutoburger Wald heimisch, aber der Salamanderpest schutzlos ausgeliefert - Ein Pilz, der ihn praktisch von außen verdaut.
Bestand geht deutlich zurück
Dort wo die Salamanderpest schon gewütet hat, im Beneluxraum oder im Sauerland, ist der Bestand schon deutlich zurückgegangen. Das Forstamt redet von einem großen Artensterben.
Gegen die Verbreitung der Salamanderpest-Sporen vorzugehen ist schwierig. Die Pilzsporen sind Jahrelang aktiv und haften an Schuhen, Reifen und Forstmaschinen.
Waldbesucher sollen auf Wegen bleiben
Im Bilsteintal im Arnsberger Wald bei Warstein wurden in letzter Zeit mehrere tote Feuersalamander gefunden. Als Todesursache konnte die sogenannte Salamanderpest festgestellt werden. Waldbesucher sollten jetzt auf den Waldwegen bleiben, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.
Gefährliche Pilzinfektion
Bei der Salamderpest handelt es sich um einen hochinfektiösen Hautpilz mit dem Namen "Batrachochytrium salamandrivorans" – kurz Bsal. Er befällt Molche und Salamander und frisst Löcher in die Haut der Amphibien. Bei Feuersalamandern führt die Infektion in der Regel innerhalb weniger Wochen zum Tod.
Es wird vermutet, dass der Pilz aus Ost-Asien nach Europa eingeschleppt wurde. In NRW wurde er erstmalig in der Eifel nachgewiesen. Seitdem hat sich die Salamanderpest rasant ausgebreitet. Es gab Nachweise im Rheinland, Ruhrgebiet und Sauerland.
Für Menschen ungefährlich
Für Menschen und andere Tiere ist der Hautpilz ungefährlich. Sie können ihn aber weiterverbreiten. Deshalb hat das Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz, LANUV, ein sogenanntes Hygieneprotokoll erstellt, um die Ausbreitung zu stoppen.
Unter anderem sollten die Amphibien nicht berührt werden. Außerdem sollten Hunde an der Leine bleiben und Waldbesucher die natürlichen Lebensräume von Molchen und Salamandern meiden. Das sind Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und Pfützen.
Tiere fotografieren und melden
Wer beim Waldspaziergang auf Feuersalamander (tot oder lebendig) trifft, sollte die Tiere außerdem fotografieren und die Bilder dem LANUV zukommen lassen. Das hilft Wissenschaftlern, Behörden und Naturschützern bei der Bekämpfung der Salamanderpest.
Unsere Quellen:
- Hochstift Forstamt
- Bezirksregierung Arnsberg
- Landesamt für Natur-, Umwelt-, und Verbraucherschutz (LANUV)
- Kreis Soest
Über dieses Thema berichten wir am 24.09.2025 auch in der Lokalzeit Ostwestfalen-Lippe.