Der Einsatz startet nach einem Hilferuf, den spanische Behörden am Mittwochabend im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens getätigt hatten. Deutschland entsendet dafür das vom Land NRW gemeldete Waldbrandmodul. Zwischen 8 und 8:30 Uhr sind die Einsatzkräfte von Bonn aus aufgebrochen - darunter Feuerwehrleute aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen. Sie sollen in Spanien die örtlichen Einsatzkräfte bei der Bekämpfung der Flammen unterstützen.
56 Einsatzkräfte machen sich im Konvoi auf den Weg
Noch am Abend des Aufrufs hatten umgehend die Planungen für diesen aufwändigen und nicht alltäglichen Einsatz begonnen. Der Konvoi besteht aus 56 Menschen und 21 Fahrzeugen, darunter haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrleute, die Johanniter-Unfall-Hilfe sowie Fachberater der nichtstaatlichen Hilfsorganisation @fire, spezialisiert auf Naturkatastrophen. Auch Kräfte aus Niedersachsen gehören zum Team.
An der belgisch-französischen Grenze in Saint-Ghislain kehrte der Konvoi am Donnerstagmittag bei einer Autobahnraststätte ein - für eine erste Tank- und Verpflegungspause. Am Samstag soll die Einheit schließlich in der Provinz Zamora im Nordwesten Spaniens eintreffen.
Wann und welcher konkrete Auftrag die NRW-Feuerwehrleute erwartet, wird sich - laut der Bonner Feuerwehr - bis zur Ankunft in Spanien klären. Die letzten Vorbereitungen laufen, so Pressesprecher David Bormann.
Aus einem vorherigen Einsatz in der spanischen Region weiß Bormann, was sie dort wohl erwartet:
"Das sind in der Regel Feuer, die man nicht direkt bekämpfen kann, sondern an geeigneten Stellen zum Halten bringen muss über Schutzstreifen und viel Nachlöscharbeiten." David Bormann, Pressesprecher Feuerwehr Bonn
Sie seien für einen zweiwöchigen Einsatz komplett autark gerüstet, etwa mit Essen und Zelten, sodass sie sofort aktiv mit der Hilfe vor Ort loslegen könnten und nicht erst Unterstützung durch die spanischen Kollegen bräuchten.
Spanierin aus Wuppertal: "Ganz Spanien brennt"
Maria del Rosario Fernandez Bravo lebt in Wuppertal. Sie hat jedoch viel Kontakt nach Spanien, da ihre Schwester in Irun an der spanisch-französischen Grenze lebt. "Ich finde es ganz, ganz toll, dass die Feuerwehrleute aus Nordrhein Westfalen Spanien unterstützen", sagt sie. Sie verstehe jedoch nicht, warum die Hilfe aus NRW so spät kommt.
Die Regierung habe die europäische Union sofort um Hilfe gebeten, erklärt sie. Daraufhin seien sofort Feuerwehrautos aus Italien, Frankreich, Griechenland und der Türkei gekommen, die auch selber mit Waldbränden zu kämpfen haben. Die Hilfe aus NRW käme jedoch erst jetzt.
"Ganz Spanien brennt und jetzt wird es so langsam besser." Maria del Rosario Fernandez Bravo aus Wuppertal
Für ihre Schwester sei die Situation sehr emotional und traurig, sagt sie. Denn ganz viele Spanier haben ihre Häuser und Grundstücke verloren. Außerdem seien die Feuer auch für die Tiere schrecklich. Inzwischen seien die Brände laut ihrer Schwester jedoch einigermaßen unter Kontrolle. "Ich hoffe und bete, dass es nicht weiter geht", sagt sie.
NRW-Spezialisten schon mehrfach in Europa im Einsatz
Das Europäische Katastrophenschutzverfahren sieht für solche Großbrände sogenannte Waldbrandmodule vor, die kurzfristig und gut vorbereitet innerhalb der EU angefordert werden können. Nach Gesprächen mit dem Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen ging das Waldbrandmodul 2019 an den Start.
Es besteht aus einem Pool von 200 bis 250 Einsatzkräften, die regelmäßig zusammen üben und schon mehrere Einsätze gemeinsam absolviert hätten. Dies sei entsprechend gewohntes Terrain, so Bormann.
Es handelt sich um den fünften Auslandseinsatz des NRW-Waldbrandmoduls im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzes. Im Mai 2023 war das Konzept nach erfolgreicher Übung in Portugal offiziell zertifiziert worden. Bereits im vergangenen Jahr waren Kräfte in Spanien im Einsatz - dieses Jahr erfolgte schon eine Unterstützung in den Niederlanden.
NRW-Feuerwehren helfen beim Waldbrand in Spanien
WDR. 30.07.2026. 00:34 Min.. Verfügbar bis 29.07.2028.
Unsere Quellen:
- Pressemitteilung von Feuerwehr und Rettungsdienst Bonn
- Gespräch mit Pressesprecher der Feuerwehr Bonn
Sendung: WDR.de, NRW-Feuerwehren helfen bei Waldbrand in Spanien, 30.07.2026, 6:15 Uhr