Großeinsatz gegen die Hells Angels in NRW | Video

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WDR 00:26 Min. Verfügbar bis 28.04.2028

"Hells Angels" in NRW Razzia gegen Rocker mit 1.200 Polizisten

Stand:

Mit einer Razzia ist die NRW-Polizei heute gegen die Rockergruppe "Hells Angels" vorgegangen. Durchsuchungen gab es in 28 Städten.

Das Wichtigste in Kürze

  • 50 Wohnungen und Geschäftsräume in 28 Städten durchsucht
  • Werte in Höhe von 2,5 Millionen Euro beschlagnahmt
  • 44 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 59 Jahren

1.200 Beamte seien in 28 Städten im Einsatz gewesen, erklärte das Innenministerium in Düsseldorf. Zuvor hatte die Behörde den Verein "Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen" verboten. Es handelte sich laut Ministerium um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes. Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung von und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie der räuberischen Erpressung.

Razzia gegen Hells Angels

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Aktuelle Stunde 28.04.2026 43:18 Min. UT Verfügbar bis 28.04.2028 WDR Von Timucin Tim Köksalan

Durchsuchungen in mehr als 50 Wohn- und Geschäftsräumen

Polizist vor einem großen Auto

Ein Auto in Langenfeld wird beschlagnahmt

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Demnach wurden seit vier Uhr morgens mehr als 50 Objekte durchsucht. Auch Spezialeinsatzkräfte waren im Einsatz. Durchsucht wurden Wohnungen und Geschäftsräume von Vereinsmitgliedern und Unterstützern unter anderem in Leverkusen, Köln, Langenfeld, Monheim, Solingen, Dortmund, Oberhausen, Ahaus, Velbert, Duisburg, Bergheim, Gummersbach, Kempen, Herne, Voerde, Bielefeld, Bochum, Dinslaken, Hagen, Lünen und Marienheide.

In Langenfeld wurde ein 46-Jähriger festgenommen, wie die Düsseldorfer Polizei mitteilte. Nach dpa-Informationen handelt es sich um den Präsidenten der "Hells Angels" in Leverkusen.

Federführend waren die Polizei Düsseldorf und die Spezial-Staatsanwaltschaft der Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten (ZeOS NRW). Es geht bei dem Ermittlungsverfahren unter anderem um den Verdacht der Bildung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.

Wir suchen nach Waffen, illegalen Drogen und Geld. Eben nach allem, was die kriminelle Kapelle des organisierten Verbrechens so zu bieten hat. Sprecher NRW-Innenministerium

Innenminister Reul: "Gefahr für die Sicherheit unseres Landes"

Innenminister Reul vor Mikrofonen

"Angsträume": Innenminister Herbert Reul

Bildquelle: Christoph Reichwein/dpa

In einem ersten Statement nannte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Rocker-Kriminalität "eine Gefahr für die Sicherheit unseres Landes". Sie schaffe Angsträume und strebe danach, das Gewaltmonopol des Staates zu untergraben. In diesem Fall gebe es Hinweise darauf, dass Klub-Mitglieder im "profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln" tätig seien.

Außerdem habe man mehrere erlaubnispflichtige Waffen sichergestellt. Insgesamt gebe es 44 Beschuldigte im Alter zwischen 21 und 59 Jahren.

Reul berichtete außerdem, insgesamt seien Werte in Höhe von 2,5 Millionen Euro vorläufig sichergestellt worden. "Das ist Geld, das wir dem kriminellen Milieu entziehen wollen."

Wer mit Waffen, Drogen und Einschüchterung sein Geld verdient, muss damit rechnen, dass die Polizei morgens im Schlafzimmer steht. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)

Auch andere Ortsgruppen der "Hells Angels" bereits verboten

Polizisten sind bei einer Razzia in Hagen im Einsatz

Durchsuchung auch in Hagen

Bildquelle: dpa / Alex Talash

In NRW waren in den vergangenen Jahren bereits andere "Hells Angels"-Ortsgruppen ("Chapter") verboten worden. Zuletzt hatte Reul 2017 den Verein "Hells Angels MC Concrete City" verboten und aufgelöst. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster hatte das Verbot vier Jahre später bestätigt.

Rocker-Clubs im Rauschgifthandel aktiv

Im "Lagebild Organisierte Kriminalität 2024" erklärte das Landeskriminalamt (LKA), die Aktivitäten der "Outlaw Motorcycle Gangs" (OMCG) konzentrierten sich auf den Handel mit oder Schmuggel von illegalen Drogen. In diesem Zusammenhang komme es immer wieder zu schwersten Gewaltdelikten "zur Durchsetzung und Aufrechterhaltung von Machtgefügen".

Die legale Wirtschaft spielt oft mit hinein

Organisierte Kriminalität bleibt selten komplett im Verborgenen. Sie braucht häufig eine legale Oberfläche: Firmen, Fahrzeuge, Konten, Werkstätten, Gastronomie, Immobilien oder andere Gewerbe.

Laut Lagebild nutzten 46 Tätergruppierungen für ihre kriminellen Aktivitäten legal betriebene gewerbliche Strukturen - insgesamt 550 inländische und 105 ausländische. Diese Zahlen beziehen sich nicht speziell auf die Hells Angels, zeigen aber, worauf Ermittler bei Organisierter Kriminalität generell achten: Nicht nur auf die Tat selbst, sondern auf die Infrastruktur, über die Geld verdient, bewegt oder verschleiert wird. 

"Hells Angels" größter Club in NRW

Die Rocker-Szene in Nordrhein-Westfalen wächst - und zugleich verschiebt sich das Machtgefüge. Das geht aus Zahlen des Landeskriminalamts (LKA) hervor, die das NRW-Innenministerium dem WDR am Dienstag bestätigte. Die "Hells Angels" sind demnach zum größten Rocker-Club in NRW geworden. Sie hatten zuletzt 29 Chapter in NRW und waren mit 469 Mitgliedern stark gewachsen, zum Beispiel durch Überläufer der Bandidos. An zweiter Stelle stehen die "Freeway Riders" mit 403 Mitgliedern in 37 Chaptern.

WDR-Reporter: Rocker treten anders auf als bisher

WDR-Reporter Tim Köksalan beschäftigt sich seit Jahren mit den Aktivitäten krimineller Rocker-Klubs. Anders als noch im Jahr 2010, als es im sogenannten "Rockerkrieg" zwischen Bandidos und "Hells Angels" immer wieder zu Attacken mit Messern und Schusswaffen kam, bemühe sich die Szene inzwischen darum, weniger aufzufallen. Das bedeute allerdings nicht, dass auch die kriminellen Aktivitäten der Klubs nachgelassen haben. Dies zeige zum Beispiel eine Schießerei im Jahr 2022 in Duisburg, an der Rocker und Angehörige einer Familie aus dem Clan-Milieu beteiligt waren.

Razzia gegen Rocker mit 1.200 Polizisten

WDR 28.04.2026 04:54 Min. Verfügbar bis 27.04.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Deutsche Presse Agentur
  • Innenministerium NRW
  • Lagebild Organisierte Kriminalität 2024
  • Gespräch mit WDR-Reporter Tim Köksalan
  • Polizei Düsseldorf

Sendung: WDR 2, WDR aktuell, 28.04.2026, 6:30 Uhr
Sendung: WDR 5, Morgenecho, 28.04.2026, 9:14 Uhr

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