RKI zu Wetter und Hitze

Rekord-Zahl an Hitzetoten in NRW

Stand:

In Deutschland wie auch in NRW gibt es in diesem Sommer schon jetzt mehr Hitzetote als im Rekordjahr 2018. Das zeigen neue Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI).

In diesem Sommer hat es in Deutschland bereits fast 10.000 Hitzetote gegeben. Bis zum 19. Juli starben aufgrund hoher Temperaturen geschätzt mindestens 9.800 Menschen. Das ist das Ergebnis von Berechnungen, die das RKI am Donnerstag veröffentlicht hat.

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Rekord-Zahl an Hitzetoten in Deutschland und NRW

Das ist Rekord für die vergangenen zehn Jahre, für die die Bundesbehörde die Zahl der Hitzetoten berechnet hat. Für das bisherige Rekordjahr 2018 nennt das RKI im aktuellen Wochenbericht zu hitzebedingten Sterbefällen 8.900 Tote in Deutschland.

Gebrochen wurde der Rekord auch in NRW. Nach 2.260 Hitzetoten im Jahr 2018 sind es im aktuellen Jahr bereits 2.270, so das RKI. Dabei ist der Sommer noch lange nicht vorbei.

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Die Zahl der Hitzetoten steigt

WDR 30.07.2026 00:51 Min. Verfügbar bis 29.07.2028 WDR Online

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So berechnet das RKI Zahl der Hitzetoten

Den Zahlen des RKI liegt ein eigenes Berechnungsmodell zugrunde. Darin werden Daten zur Übersterblichkeit des Statistischen Bundesamtes mit Temperaturwerten des Deutschen Wetterdienstes in Zusammenhang gebracht, erklärte eine RKI-Sprecherin Anfang Juli dem WDR.

Ganz genaue Angaben zur Zahl der hitzebedingten Sterbefälle sind nicht möglich. Deshalb gibt es immer nur Berechnungen, die sich je nach Modell unterscheiden.

Statistisches Bundesamt: Deutliche Übersterblichkeit im Juni

Das RKI schließt nicht aus, dass die Zahl der hitzebedingten Sterbefälle noch höher ist als die Berechnungen mit dem eigenen Modell ergeben. Hintergrund sind die Berechnungen des Statistischen Bundesamtes zur sogenannten Übersterblichkeit. Dafür werden aktuelle Sterbefallzahlen mit früheren Zeiträumen und Durchschnittswerten verglichen.

Immer mehr heiße Temperaturen führen laut RKI zu mehr Hitzetoten | Bildquelle: dpa

Mit Blick auf den jeweiligen mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025 teilte das Statistische Bundesamt Mitte Juli mit: "Der von der Hitzeperiode geprägte Juni verzeichnete Sterbefallzahlen, die um neun Prozent über dem entsprechenden Vergleichswert lagen." Allein in der extremen Hitzewoche 22. bis 28. Juni seien 7.100 mehr Menschen gestorben als zwei Wochen davor.

Risiko des Hitzetods ist vor allem bei alten Menschen hoch

Besonders hoch ist das Risiko für alte Menschen: Der größte Anteil von Hitzetoten entfällt nach den RKI-Berechnungen auf die Altersgruppen ab 75 Jahren. Dass die meisten dieser Toten Frauen sind, führt das RKI auf den hohen Frauenanteil in den älteren Altersgruppen zurück.

Die meisten Hitzetoten sterben laut Medizinern vor allem an Herzinfarkt, Schlaganfall, Atemwegserkrankung, Nierenversagen oder Komplikationen einer Zuckerkrankheit. Ein Hitzschlag als Todesursache ist vergleichsweise selten.

Verhaltenstipps zum Schutz vor Hitze

Seit der extremen Hitzewelle im Juni diskutiert die Landespolitik wieder verstärkt über Schutzmaßnahmen. Aber auch jeder selbst kann dafür sorgen, der Hitze nicht schutzlos ausgeliefert zu sein.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat am Mittwoch auf zehn "vergleichsweise einfache Verhaltenstipps" hingewiesen, um sich und andere vor Hitze zu schützen: 

  1. Stündlich ein Glas Wasser trinken und andere zum Trinken ermuntern
  2. Kleine Portionen und leichte Kost essen
  3. Kopfbedeckung und Sonnenschutz tragen
  4. Luftig, hell und bequem kleiden
  5. Sonne meiden und Schatten suchen, bei hohen Temperaturen kühle Orte aufsuchen - auch in der Wohnung
  6. Anstrengende körperliche Tätigkeiten und Sport vermeiden
  7. Am besten frühmorgens und nachts lüften sowie die Fenster verschatten
  8. Körper aktiv kühlen und dabei beispielsweise kühles Wasser, Fächer oder Ventilator nutzen
  9. Mit Ärztinnen und Ärzten über den richtigen Umgang mit Medikamenten sprechen
  10. In der Hitze verstärkt auf Mitmenschen achten und hilfsbereit sein

Abkühlung bei Hitze: Online-Karten mit "kühlen Orten"

Wer die Möglichkeit hat, das überhitzte Zuhause oder Büro zu verlassen, der findet Anregungen zur Abkühlung mit den sogenannten Kühle-Orte-Karten. Mindestens 34 Städte in NRW informieren in solchen Karten, wo es zum Beispiel Parks oder kühle Gebäude wie Museen und Kirchen gibt. Mal sind die Karten reich befüllt, mal weniger:

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Unsere Quelle:

  • RKI-Wochenbericht zu Hitzetoten
  • WDR-Gespräch mit RKI-Pressesprecherin
  • Statistisches Bundesamt zu Sterbefällen
  • Mediziner zu Todesursachen bei Hitzetod
  • NRW-Gesundheitsministerium: Verhaltenstipps zum Schutz vor Hitze

Sendung: WDR 5, WDR aktuell, 30.07.2026, 11.00 Uhr.