Die KVB-Busfahrer Maxamed Cismaan (l.) und Falah Hasan.
Bildquelle: Birte Gernhardt/WDRAusbildung der KVB : Geflüchtete Menschen werden Busfahrer in Köln
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Busfahrer waren in Köln lange Zeit Mangelware - gleichzeitig suchen viele geflüchtete Menschen einen Weg in den deutschen Arbeitsmarkt. Die KVB und die Agentur für Arbeit bringen beides zusammen: Sie bilden Geflüchtete als Busfahrer aus.
Falah Hasan wirkt sichtlich nervös. So viele Menschen, vor denen er auf Deutsch über seine Erfahrungen spricht. Doch er ist auch stolz. Vor zehn Jahren ist Hasan aus dem Irak geflüchtet und nun endlich im Arbeitsleben angekommen. "Es ist ein gutes Gefühl, bei der KVB zu arbeiten", sagt er. "Für mich war das die allerbeste Entscheidung."
Sein neuer Job bietet ihm ein gutes Einkommen, außerdem kann er sein Leben als mehrfacher Familienvater besser planen. "Ich habe meinen Jahresplan und dadurch keinen Druck mehr, keinen Stress. Die Arbeit macht mir Spaß." Urlaub mit der Familie ist jetzt besser möglich und durch das Schichtsystem kann er auch mal unter der Woche Arztbesuche oder Einkäufe erledigen.
Kölner Verkehr war zu Beginn hart
Nur die ersten Wochen, als er sich an Kölns Straßen gewöhnen musste, waren für ihn anstrengend. Jetzt manövriert er die schweren Gelenk- und E-Busse entspannt durch den dichten Kölner Verkehr. Voller Stolz setzt er sich nach der Pressekonferenz für die Pressevertreter auf seinen "Bock" und fährt für die Fotografen eine Runde um den Betriebshof.
Auch sein somalischer Kollege Maxamed Cismaan ist sehr froh, diese Chance bekommen und genutzt zu haben: "Ich fahre gerne Auto und arbeite mit Menschen", sagt er. Hasan und Cismaan sind mittlerweile ein Jahr als Busfahrer auf Kölner Straßen unterwegs.
Elf Geflüchtete sind fest bei der KVB angestellt
In mehreren Ausbildungsschritten und in Sprach- und Führerscheinkursen lernten die Teilnehmer, wie sie Busse durch Köln lenken können. Elf Auszubildende haben jetzt einen festen Vertrag bei den Verkehrsbetrieben. Ein Erfolgsmodell, nicht zuletzt für die Teilnehmer.
Peter Densborn, Vorstand und Arbeitsdirektor der KVB, sagt: "Wir kommen aus einer Phase, in der wir händeringend Fahrerinnen und Fahrer gewinnen mussten. Da haben wir das Angebot der Agentur für Arbeit gerne angenommen und waren damit ja auch sehr erfolgreich."
Nächster Schritt schon geplant
Die KVB sieht das Projekt als wichtigen Beitrag zur Integration. Die geflüchteten Menschen, die nun in Köln Busfahrer sind, seien zuverlässige und dankbare Arbeitgeber: "Es lohnt sich immer wieder, Chancengeber zu sein", sagt Densborn. KVB und Arbeitsagentur denken bereits über die Fortführung der erfolgreichen Zusammenarbeit nach, diesmal im IT-Bereich.
Unsere Quellen:
- Kölner Verkehrsbetriebe
- WDR-Gespräch mit Falah Hasan und Maxamed Cismaan
- WDR-Gespräch mit Peter Densborn
Sendung: WDR.de, Geflüchtete werden Busfahrer bei der KVB, 26.08.2026, 18:42 Uhr