Wolf Pfeifer staunt nicht schlecht, als Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) neben ihm in der Ausbildungswerkstatt steht, um sich sein Werkzeug erklären zu lassen. Ein bisschen aufgeregt ist er schon, wie er später gesteht. Die Ministerin nimmt sich viel Zeit, um das inzwischen wieder wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen näher kennenzulernen.
Deutz AG: Vom Schrumpfungsprozess zum Powerhaus
Die Deutz AG hat sich nach vielen Schrumpfungsprozessen inzwischen wirtschaftlich stark aufgestellt. Ministerin Reiche lobt, dass das Unternehmen in Köln bleibt und betont, dass dies mit der Kostenstruktur in Deutschland und der starken Konkurrenz vor allem in China nicht einfach sei.
Sie findet aber, dass das Unternehmen mit der Umgestaltung der Firmenstrategie einen wichtigen Schritt gemacht habe. Deutz hat die Flensburger Fahrzeugbaugesellschaft für 1,6 Milliarden Euro gekauft. Der Kauf einer Firma aus dem Rüstungsbereich gebe dem Unternehmen eine erfolgversprechende Perspektive.
"Mit der Übernahme (...) entwickelt sich das Unternehmen zu einem nationalen Systemanbieter für gepanzerte Fahrzeuge, für Spezialplattformen und deren Service." Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
Motoren, Rüstung und Notstromaggregate
30 Prozent des Umsatzes wird der Rüstungsbereich bald ausmachen. Manches hat das Traditionsunternehmen längst eingestellt, zum Beispiel den Bau von Schiffsdieseln. Aber die Deutz AG will künftig nicht zum reinen Rüstungskonzern werden. Die Vorständin für Transformation der Deutz AG, Katharina Krüger, weist das zurück.
Die Deutz AG will nicht nur auf Rüstung setzen.
Das traditionelle Motorengeschäft sei zwar sehr wettbewerbsintensiv, aber nach wie vor wichtig und als neues Geschäftsfeld sei der Bau von Notstromaggregaten ebenfalls vielversprechend. Auch dafür gibt es Lob von Ministerin Reiche. Diese Aggregate seien wegen der Energiewende absolut wichtig - denn so könne die Zuverlässigkeit der Stromversorgung stärker abgesichert werden.
Unsere Quellen:
- Deutz AG
- Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 23.07.2026, 15:30 Uhr
