Garten statt Steinwüste: Köln soll grüner werden
Bildquelle: wdrWDR. 02:33 Min.. Verfügbar bis 20.08.2028.
Rund die Hälfte des Kölner Stadtgebiets besteht aus versiegelten, also zugepflasterten Flächen. Das ist ziemlich viel im Vergleich zu anderen Großstädten. In Potsdam sind zum Beispiel nur circa 35 Prozent der Stadtfläche versiegelt. In Düsseldorf und Bonn liegt der Versiegelungsgrad bei ungefähr 45 Prozent. Das hat spürbare Folgen für das Stadtklima und die Lebensqualität im Rheinland.
Bis zu zehn Grad kühler in unversiegelten Gebieten
Hitzewellen, die durch den Klimawandel immer häufiger werden, treffen stark versiegelte Gebiete umso heftiger. Nun haben die drei Städte Köln, Bonn und Düsseldorf gemeinsam - und gegeneinander - eine Aktion gestartet: Die Bürgerinnen und Bürger sind dazu aufgerufen, den Asphalt auf ihren Grundstücken durch Grünflächen zu ersetzen.
Entsiegelung wird gefördert
Dafür zahlen die drei Städte Fördergelder aus. Mit "GRÜN hoch 3" werden bis zu 40 Euro pro entsiegeltem Quadratmeter gefördert. Um das Fördergeld zu erhalten, muss vor der Entsiegelung lediglich ein Antrag ausgefüllt werden, der online über die Webseiten der Städte abgerufen werden kann. Und warum gegeneinander?
Köln, Bonn oder Düsseldorf: Wer gewinnt die goldene Gießkanne?
Köln, Bonn und Düsseldorf haben einen Wettbewerb ausgerufen: Die Stadt, deren Bürger die meisten privaten Quadratmeter pro tausend Einwohnende begrünen, gewinnt. Die Gewinner-Stadt erhält als symbolischen Preis den Wanderpokal "Goldene Gießkanne" - und natürlich ein besseres Stadtklima.
Iris Reichenbach hat einen Naturgarten geschaffen
Bildquelle: wdrSchutz vor Überschwemmungen
Auch gegen Starkregen hilft Entsiegelung, erklärt die Physikerin Iris Reichenbach, die selbst an der Aktion teilnimmt. Da das Wasser bei unversiegelten Grünflächen im Boden versickern kann, können Überschwemmungen verhindert werden und der Grundwasserspiegel steigt.
Eigentümer Frank Hunze entsiegelt seinen Hof
Bildquelle: WDRDer Kölner Hausbesitzer Frank Hunze macht ebenfalls mit. Der 61-Jährige hat den Steinen den Kampf angesagt und bricht die Steinwüste vor seinem kleinen Häuschen in Köln-Ossendorf auf. Dort will er einen grünen Vorgarten anlegen.
"Gerne tue ich meinen Teil als Kölner Bürger gegen Düsseldorf und Bonn dazu." Frank Hunze, Kölner Hausbesitzer
Eine Teilnahme ist noch bis zum 31. Oktober 2026 möglich.
Unsere Quellen:
- Frank Hunze, Kölner Hausbesitzer
- Iris Reichenbach, Wettbewerbs-Teilnehmerin
- Stadt Köln
- BUND
- Greenpeace
- Statista
Sendung: WDR.de, Garten statt Steinwüste: Köln soll grüner werden, 21.08.2026, 05:03 Uhr
