Arbeitgeber und Gewerkschaften unterstützen die Bewerbung für die Olympischen Spiele Köln-Rhein-Ruhr. Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU) unterzeichnete am Montag in Düsseldorf mit NRW-Unternehmerpräsident Arndt Kirchhoff und DGB-Landeschef Thorben Albrecht eine gemeinsame Erklärung.
Die Unterzeichner sehen Chancen für Unternehmen und den Standort NRW. Der Schulterschluss soll vor der nahenden sportpolitischen Entscheidung auf nationaler Ebene offenbar noch einmal die Werbetrommel rühren. Ähnliches tun die Mitbewerber München und Berlin natürlich auch.
Großveranstaltungen wie olympische Spiele könnten wirtschaftliche Effekte entfalten, heißt es in der Erklärung. Auch neue Arbeitsplätze könnten dadurch entstehen – wenn das auch langfristig nur ein Baustein sei, sagte DGB-Landeschef Albrecht.
(Vor-)Entscheidung naht
In Baden-Baden soll am 26. September bei einer Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verkündet werden, ob Berlin, München oder die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum ins internationale Rennen um Olympische Sommerspiele 2036, 2040 und 2044 einsteigen. 2029 entscheidet dann das Internationale Olympische Komitee (IOC), wo die Spiele 2036 stattfinden.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte sich am Wochenende am Rande der Reit-Weltmeisterschaft in Aachen mit Vertretern der deutschen Olympia-Bewerber getroffen. Die Funktionärin sprach im VIP-Bereich der WM mit NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU).
Sport-Großveranstaltungen in NRW
Wüst gab an, dass mit der IOC-Präsidentin nicht "über die olympischen Bewerbungen gesprochen" worden sei, sondern über Themen wie Sportentwicklung. Der Ministerpräsident hatte Coventry auch bei der Flag Football-WM in Düsseldorf getroffen. Selbst wenn die Olympia-Bewerbung auch dabei kein Thema war, dürfte der Austausch mit Coventry bei ihrem Besuch in NRW zumindest nicht schaden.
Zurück zur am Montag unterzeichneten Erklärung: Unternehmer-Präsident Arndt Kirchhoff unterstützt die Olympiabewerbung von Köln-Rhein-Ruhr "aus voller Überzeugung". Das Sportereignis "wäre ein fantastisches Fest für Millionen sportbegeisterter Menschen in unserem Land, zudem ein großartiges Schaufenster für Nordrhein-Westfalen und ein kraftvoller Impuls für unseren Wirtschaftsstandort", so der Unternehmer-Verbandschef.
Was bringen Sommerspiele für die Wirtschaft?
Falls Köln-Rhein-Ruhr den Zuschlag bekommt - sind dann wirklich "Impulse für Beschäftigung und Wohlstand" zu erwarten, wie es in der Mitteilung der Landesregierung vom Montag heißt? Studien zeigten "überwiegend kleine, kurzlebige Effekte" bei sportlichen Großveranstaltungen, hatte Klaus Wohlrabe vom Münchner Ifo-Institut bereits im Oktober 2025 zu diesem Thema gesagt.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) gab sich damals zurückhaltend: "Die gesamtwirtschaftlichen Effekte sind meist begrenzt und oft überschätzt", hieß es. Zudem seien sie selten nachhaltig.
Olympische Spiele haben nach Ansicht der Ökonomen in der Regel demnach keine nennenswerten gesamtwirtschaftlichen Effekte. Zwar kämen Sporttouristen, aber dafür würden andere verdrängt - zum Beispiel durch höhere Preise.
Unsere Quellen:
- WDR-Reporter vor Ort bei Pressekonferenz
- Mitteilung der Landesregierung
- Nachrichtenagentur dpa
Sendung: WDR 5 Westblick, Gewerkschaften und Arbeitgeber wollen Olympia, 17.08.2026, 17:05 Uhr

