Dieser Tage locken die hohen Temperaturen Familien und Gruppen von Jung und Alt in den Kölner Grüngürtel rund um den Wasserspielplatz. Von Weitem bemerkt man schon die Rauchschwaden, viele haben einen eigenen Grill mitgebracht. Und auch sie sind heute wieder unterwegs: Die Grillscouts der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe (AWB).
Ausgestattet mit Mülltüten-Rollen der AWB und auffälligen orangen Caps und Shirts streifen sie durch den Park, verteilen kostenlose Mülltüten und bieten Orientierung bei der richtigen Entsorgung des Abfalls.
AWB-Grillscouts appelieren für mehr Sauberkeit
Seit 2010 kommen die Scouts an warmen und sonnigen Wochenenden in den Kölner Grünanlagen zum Einsatz. Meistens ziehen sie zu zweit oder zu dritt los. Heute sind Lena Scheidt und Maya Toraldo mit der Teamleiterin Vera Drewke vor Ort.
Die AWB-Grillscouts Maya und Lena helfen im Einsatz
Die beiden 18-jährigen Schülerinnen machen gerade ihr Abitur und verdienen sich etwas Geld nebenbei. Beide sehen einen großen Nutzen in ihrer Arbeit. Vera Drewke erklärt, dass die Grünanlagen um den Aachener Weiher und den Volksgarten Hotspots seien. Vor allem im Sommer bleibt hier oft tonnenweise Müll liegen.
"Ich denke, dass durch die Aktion die Leute mehr darauf hingewiesen werden, wie sie mit der Umwelt umgehen." Maya Toraldo, Grillscout AWB Köln
Für Gefahren sensibilisieren
Besondere Auffälligkeiten oder zu viel Müll dokumentieren sie. Um den Abfall einzudämmen, wurden ein Unterflurcontainer sowie eine feuerfeste Tonne für Grillkohle aufgestellt. Doch das klappt nicht immer. Unter einem Baum finden die Scouts einen Haufen brennender Kohle. Eine Besucherin reagiert wütend.
"Bei den Wetterbedingungen ist das sehr schlecht, das ist gefährlich. Das ist unverantwortlich, es kann anfangen zu brennen." Maya Toraldo, Grillscout AWB Köln
Wer Grillkohle nicht vollständig löscht und ordnungsgemäß entsorgt, riskiert in Köln ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.
Brandlöcher auf der vertrockneten Wiese
Ebenfalls auffällig sind mehrere Brandlöcher im Gras, die durch Einweggrills verursacht wurden. Auch darauf weisen die Grillscouts hin, denn eigentlich sind Einweggrills in Kölner Parks verboten.
Nach kurzer Zeit haben Lena und Maya schon 60 Mülltüten verteilt. Je nach Wetterlage verbrauchen sie in einer Schicht etwa die doppelte Menge.
"Man hat das Gefühl, dass es was bringt."
"Die Reaktionen sind immer sehr positiv", meint Lena. "Oft wird einem auch etwas essen oder zu trinken angeboten." Obwohl einige Parkbesucher auch ihre eigenen Mülltüten mitbrächten, würden sie sich dennoch über das kostenlose Angebot freuen. Die meisten Leute würden die Grillscouts auch schon kennen und schätzen, so Teamleiterin Vera Drewke. Stress gäbe es eigentlich nie.
AWB-Grillscout-Teamleiterin Vera Drewke
Im vergangenen Jahr haben die Grillscouts bei 32 Einsätzen mehr als 18.000 Grillende erreicht. Der Ansatz sei bewusst präventiv, so Cordula Beckmann, Presssprecherin der Abfallwirtschaft Köln. „Ziel ist es, das Bewusstsein für Stadtsauberkeit bereits vor Ort zu stärken und für einen sorgsamen Umgang mit öffentlichen Grünflächen zu werben. Aus diesem Grund bewerten wir den Einsatz der Grillscouts als sehr positiv.“ Genau lässt sich das Ergebnis nicht beziffern.
Unsere Quellen:
- WDR-Gepräch mit Cordula Beckmann, Presssprecherin der AWB Köln
- WDR-Gespräch mit Grillscout-Teamleiterin Vera Drewke
Sendung: WDR.de, Grillscouts der AWB im Kölner Grüngürtel, 15.07.2026, 12:10 Uhr