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Bildquelle: WDR / Daniel GowitzkeWDR. 3 Min. 48 Sek.. Verfügbar bis 11.09.2028.
Sie war 1990 die erste Oberbergerin im Bundestag. Jetzt wurde Ina Albowitz-Freytag mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Trotz dieser Ehre zeigt sich die 83-Jährige bescheiden.
Personen aus der Politik sollten keinen Orden annehmen, weil sie dafür gut bezahlt werden. Ich nehme den Orden nur für die Arbeit an, die ich ehrenamtlich für das Krankenhaus in Gummersbach gemacht habe. Und ich freue mich auf den kleinen Stern, den ich dann anheften kann. Ina Albowitz-Freytag
Ina Albowitz-Freytag neben dem Transport-Inkubator, der durch ihr Engagement angeschafft werden konnte
Bildquelle: WDR / Daniel GowitzkeFür das Krankenhaus in Gummersbach sammelt die ehemalige Bundespolitikerin seit Jahren Spenden, engagiert sich für das Mutter-Kind-Zentrum. Aus einer zunächst kleinen finanziellen Unterstützung wurden durch ihr Engagement Beträge im mittleren sechsstelligen Bereich. Davon kaufte das Krankenhaus Kinderbetten, richtete ein Still-Zimmer ein und schaffte einen Transport-Inkubator im Wert von 80.000 Euro an.
Von Gummersbach nach Berlin
Das Krankenhaus ist allerdings nur ein Teil ihrer Geschichte. Über Jahrzehnte hat die Bergneustädterin auch politische Geschichte mitgeschrieben. Ihre Laufbahn begann in der Kommunalpolitik bei der FDP: Sie engagierte sich im Kreistag und machte schließlich den Schritt in die Bundespolitik. 1990 zog Ina Albowitz-Freytag in den Deutschen Bundestag ein. Sie war damit die erste Frau aus dem Oberbergischen, die dort ein Mandat innehatte. Sie erlebte eine politische Umbruchzeit: die deutsche Wiedervereinigung und den Umzug des Bundestags von Bonn nach Berlin.
"Dafür habe ich gekämpft wie eine Löwin"
Eine ihrer Aufgaben war es, den Wechsel des Parlaments sozialverträglich mitzugestalten. Auch bei der Diskussion um die Neugestaltung des Reichstags mischte sie kräftig mit: "Ich hab immer gesagt, wenn wir in den Reichstag ziehen, dann können wir nicht mit der alten Kuppel arbeiten. Und ich hatte guten Kontakt zu Norman Forster, dem Architekten. Und der hat dann einen Vorschlag gemacht, der jetzt auf dem Dach ist. Ich hab dann im Ältestenrat dafür gekämpft wie eine Löwin und das hab ich auch durchgesetzt. Da bin ich stolz drauf."
Zurück im Oberbergischen
Ina Albowitz-Freytag bei der Übergabe des Bundesverdienstkreuzes
Bildquelle: WDR / Daniel GowitzkeHeute ist Berlin weit weg. Albowitz-Freytag ist zurück im Oberbergischen und engagiert sich weiterhin vor Ort. Für sie ist soziales Engagement vor allem dann sinnvoll, wenn daraus ganz konkret etwas entsteht. An ihren politischen Grundsätzen hat sich trotz der vielen Jahre nichts geändert.
Sie müssen mit den Leuten reden. Das ist nicht immer angenehm. Und sie nicht belügen, das ist glaub ich das Allerwichtigste: ehrlich sein. Ina Albowitz-Freytag
Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurde Ina Albowitz-Freytag heute mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Für sie ist die Ehrung dabei kein Schlusspunkt. Im Mutter-Kind-Zentrum gibt es schließlich noch einiges zu tun.
Unsere Quelle:
- Gespräch mit Ina Albowitz-Freytag
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit aus Köln, 11.09.2026, 19:30 Uhr
