Im Kölner Karneval steht ein Traditionswechsel an. Ab kommendem Jahr will die Ehrengarde auf Pferde verzichten, die die Kutschen ziehen. Als Hauptgrund nennt sie den Wunsch nach mehr Planungssicherheit, besonders bei Sturm- oder Unwetterwarnungen. Das Wetter war in den letzten Jahr verstärkt zum Problem für die Vereine geworden.
Sicherheitsauflagen erschweren den Einsatz von Pferden
So sah das bislang im Kölner Rosenmontagszoch aus
Bildquelle: WDR/Christian DavidWie Pressesprecher Benedikt Conin erklärte, seien auch die Sicherheitsauflagen immer höher und schwer einzuhalten. Wetterereignisse wie der Sturm in diesem Jahr ließen die Karnevalisten manchmal bis zum letzten Moment zittern, ob die Pferde eingesetzt werden können.
Conin betonte zugleich, dass man mit der Entscheidung nicht vor vermeintlichen Tierschützern einknicken wolle, die die Pferde ganz aus dem Rosenmontagszug verbannen wollen. Die DNA der Ehrengarde bleibe der Einsatz von Reitern auf Pferden im Rosenmontagszug.
Pferde bleiben auch weiterhin im Kölner Karneval im Einsatz
Die Altstädter stellen ebenfalls nach und nach um. Bis 2028 sollen fast alle Wagen von Traktoren gezogen werden. Ganz aus dem Rosenmontagszug verschwinden die Pferde aber nicht. Die Reiter der Ehrengarde sollen weiterhin mit durch Köln ziehen.
Tierschützer kritisieren Pferde im Karneval
Tierschützern gehen die neuen Regelungen für den Kölner Rosenmontagszug nicht weit genug. Tierpsychologin Jana Hoger, die sich für die Organisation PETA engagiert, sagte dem WDR, der Entschluss der Ehrengarde sei nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Pferde seien sensible Fluchttiere und keine Attraktionen für feiernde und grölende Menschenmassen. PETA ruft die Veranstalter weiterhin dazu auf, allen Pferden die Torturen im Zug zu ersparen.
Unsere Quellen:
- Benedikt Conin, Pressesprecher Ehrengarde Köln
- Jana Hoger, Tierpsychologin, PETA
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 11.09.2026, 10:31 Uhr