Gewerkschaften protestieren gegen geplante Reformen

WDR 00:46 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

DGB Köln "Keine Leistungskürzungen auf dem Rücken der Beschäftigten"

Stand:

Vor dem Hintergrund laufender Reformdebatten zu Rente und Krankenversicherung betont der DGB Köln die Notwendigkeit eines stabilen Sozialstaats und warnt vor möglichen Belastungen für Beschäftigte.

Laut, mit Plakaten und Flaggen machen die Gewerkschaften heute in Köln Druck. Unter dem Motto "Basta! Der Sozialstaat braucht deine Hilfe“ wollen sie ein Zeichen gegen den aus ihrer Sicht drohenden Sozialabbau setzen.

Sie kritisieren unter anderem die geplanten Reformen bei Rente und Krankenversicherung. Mit der heutigen Kundgebung beginnt eine Aktionsreihe an insgesamt 14 Orten in NRW. Parallel wollen sie mit einer Unterschriftenaktion für ihre Forderungen mobilisieren.

Rentenpolitik im Fokus

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer verlässlichen gesetzlichen Rente ohne Abhängigkeit von Finanzmärkten. Das diskutierte Renditeversprechen von fünf Prozent wird als überoptimistisch bewertet. Kritisiert werden zusätzliche Umlagen für den Kapitalstock, da diese das Nettoeinkommen senken und die Nachfrage beeinflussen können.

Auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit sowie eine Kopplung an die Lebenserwartung wird abgelehnt. Eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren soll möglich bleiben.

Außerdem im Mittelpunkt: Gesundheit und Arbeitsbedingungen

Außerdem kritisieren sie die möglichen Änderungen bei der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, steigenden Zuzahlungen und längere Arbeitszeiten. Diese werden als Belastung für Beschäftigte und insbesondere für Menschen mit geringeren Einkommen eingeordnet.

"Wir Gewerkschaften sind reformwillig, aber Leistungskürzungen auf dem Rücken der Beschäftigen und auf dem Rücken derjenigen, die eh schon am wenigsten haben, sind keine Reformen und deshalb stehen wir heute hier." Judith Gövert, Regionsgeschäftsführerin vom DGB NRW

Auch mögliche Sparmaßnahmen in Pflege, Krankenhäusern und Personal werden als Risiko für Versorgung und Arbeitsbedingungen bewertet. Gefordert werden mehr öffentliche Investitionen sowie eine Entlastung der Kommunen. Einseitige Belastungen der Beschäftigten durch steigende Kosten werden abgelehnt.

An der Kundgebung nahmen etwa 1000 Menschen teil.

DGB-Proteste gegen Sozialreformen in Köln

WDR 01.07.2026 00:30 Min. Verfügbar bis 01.07.2028

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Unsere Quellen

  • Pressemitteilung DGB Köln
  • Pressemitteilung IG Metall
  • Reporterin im Gespräch mit Judith Gövert

Sendung: WDR.de, Auftakt DGB Protestreihe, 01.07.2026, 17:04 Uhr
Sendung: WDR 2 Rheinland, Lokalzeit 01.07.2026, 19:30 Uhr

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