Köln-Höhenhaus: Chaos droht - nur noch eine Zufahrt
WDR. 01:45 Min.. Verfügbar bis 18.05.2028.
Verkehrschaos droht : Brücke weg - Siedlung in Köln fast abgeschnitten
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Kommt es in der Siedlung Schönrath im Kölner Stadtteil Höhenhaus bald zum Verkehrsinfarkt? Am Montag beginnen die Arbeiten zum Abriss einer Zufahrt. Dann werden die 3.500 Einwohner größtenteils von der Außenwelt abgeschnitten sein.
Auf beiden Seiten der Brücke "Am Flachsrosterweg" stehen Absperrungen. Über diese Zufahrt kann niemand mehr nach Schönrath oder aus Schönrath heraus. Doch nicht alle haben das mitbekommen. Auch Google Maps will die Autofahrer noch über die Brücke führen. Einige halten verwundert vor den rot-weißen Barken, drehen dann um. Die Post hat bei manchen Häusern Zustellprobleme.
Grund für die Absperrungen: Die Brücke soll abgerissen werden, vorerst ohne Ersatz. Damit bleibt nur noch eine einzige Zufahrt für das 3.500 Einwohner große Schönrath - und die verläuft über die ohnehin stark befahrene Berliner Straße. Verkehrschaos ist damit programmiert. Von den Einschränkungen sind unter anderem ein Altenheim, drei Kitas, eine Grundschule und ein Berufskolleg betroffen.
Navigationssysteme wollten die Autofahrer am Montag noch über die Brücke führen.
Stadt Köln: Sanierung der Brücke ist zu teuer
Laut der Stadt Köln gibt es an der 59 Jahre alten Brücke erhebliche Schäden, die die Tragfähigkeit und Verkehrssicherheit gefährden. "Eine Instandsetzung der in die Jahre gekommenen Brücke ist wirtschaftlich nicht darstellbar", sagt die Stadt.
Blick von oben auf die Brücke in Schönrath, die abgerissen werden soll.
Die Zufahrt quert Gleise der Deutschen Bahn. Um im Zugverkehr nicht zusätzliche Einschränkungen zu verursachen, findet der Abriss während der Sanierung der gesperrten Bahnstrecke Köln-Wuppertal statt. Diese soll am 10. Juli 2026 abgeschlossen sein.
Schönraths Einwohner starteten Petition für Ersatzbrücke
Die Einwohner Schönraths sind über die Entscheidung schockiert. "Bei uns in der Nachbarschaft sind die roten Lampen angegangen", sagt Alexander Dick im Gespräch mit dem WDR. "Es staut sich schon heute alles im Berufsverkehr - und das soll sich noch zuspitzen? Das kann aus unserer Sicht nicht funktionieren."
Alexander Dick und andere Anwohner haben die Petition gestartet.
Dick und andere Anwohner haben eine Petition gestartet, die sich für den Bau einer mindestens einspurigen Ersatzbrücke einsetzt. Die Petition, an Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester gerichtet, hat online über 1.000 Unterschriften gesammelt.
Neue Brücke kommt frühestens 2032
Doch eine Ersatzlösung wird es vorerst nicht geben. Die Stadt sagt, der Bau dauere zu lange. Wie die Ersatzbrücke dann ausgesehen hätte, wäre ohnehin fraglich gewesen. Zwischen der Bezirksvertretung Mülheim und dem Mobilitätsdezernenten Ascan Egerer hatte es beim Thema nämlich Streit gegeben. Die Bezirksvertretung wollte über eine mögliche Behelfsbrücke auch Autos fahren lassen, Egerer nur Fahrradfahrer und Fußgänger. Einigen konnten sich die Parteien nicht.
Zwar soll die Brücke "Am Flachsrosterweg" neu gebaut werden und dann auch wieder für Autos befahrbar sein. Aber das ist erst für die nächste Sperrung der Deutschen Bahn im Jahr 2032 geplant. Außerdem sagt die Stadt: "Über den Neubau der Brücke müssen noch die politischen Gremien entscheiden."
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Gespräch mit Alexander Dick
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Köln, 18.05.2026, 19.30 Uhr
