Es war in der Nacht auf den 29. Mai 2025 gegen 2:20 Uhr. Eine Frau stürzte im Umfeld der KVB-Haltestelle Fuldaer Straße in Köln-Höhenberg zu Boden. Sie hatte viel getrunken und auch Drogen genommen, sagt die Staatsanwaltschaft. Sie war nicht mehr ansprechbar.
DNA-Spur an Geschlechtsteil
Ein heute 28 Jahre alter Mann soll die benommene Frau zum Teil entkleidet und sie auf dem Boden liegend vergewaltigt haben, so der Vorwurf. Ein Zeuge gab später zu Protokoll, dass er eindeutige Bewegungen gesehen hatte. Die Frau konnte sich wegen ihres starken Rauschs nicht daran erinnern. Der Angeklagte gibt beim Prozessauftakt eine andere Version wieder.
Betroffene Frau hatte Ausgang von LVR-Klinik
Über seinen Dolmetscher lässt er verkünden, dass er der Frau helfen wollte. Sex habe er nicht mit ihr gehabt, sagt er wiederholt. Das hinterlässt beim Vorsitzenden Richter großes Unverständnis. Er sagt: "Und wie kommt dann eine DNA-Spur der Frau an ihr Geschlechtsteil?" Das hat das Gutachten festgestellt, damit liegt ein erdrückender Beweis vor.
Mann wurde bereits verurteilt
Der Angeklagte stammt aus Ghana. Dort ist er nach eigenen Angaben am 01.01.1998 zur Welt gekommen. 2017 ist er dann von Libyen nach Europa geflüchtet. In Köln hatte er zuletzt keinen festen Wohnsitz. Für die angeklagte Tat wurde er bereits vom Kölner Amtsgericht zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Rechtsmittel eingelegt.
Der Tatort: Im Umfeld der Haltestelle "Fuldaer Straße" in Köln-Höhenberg
Bildquelle: WDR / SchmitzAm ersten Prozesstag gab es auch einige Informationen über die betroffene Frau. Sie habe sich vor dem Ereignis in eine Behandlung wegen paranoider Schizophrenie begeben. Zwischenzeitlich habe sie ihre Medikamente abgesetzt. An diesem Tag, an dem sie sich in Köln-Höhenberg aufgehalten hat, habe sie "Ausgang" in der Klinik gehabt.
Der Prozess ist insgesamt auf vier Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen:
- Staatsanwaltschaft Köln
- Landgericht Köln
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR 2 für das südliche Rheinland, 21.09.2025, 12:30 Uhr
