Karnevalisten in den Bergen

Die Roten Funken auf der Zugspitze

Bildquelle: Niki Siegenbruck / Rote Funken

Zugspitze und Oktoberfest Rote Funken auf kölscher Mission in Bayern

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Alaaf trifft Lederhose: Die Roten Funken bringen das kölsche Brauchtum nach Bayern.

Sie verstehen ihre Fahrt als "diplomatische Mission." 136 Rote Funken sind nach Garmisch-Partenkirchen und nach München gereist. Inklusive kölschen Brauchtums, Uniform und eines großen Ziels: "Wir tragen die Stadtfarben und repräsentieren Köln als das älteste Traditionskorps", sagt Funken-Präsident Dirk Wissmann.

"Somit ist unsere Verpflichtung, den Kölner Karneval, wie wir ihn lieben, so zu vertreten, dass die Leute sehen, dass es nicht nur ein schnödes Sauffest ist, sondern Kultur und Tradition." Dirk Wissmann, Präsident der Roten Funken

Dafür hat das Kölner Festkomitee den Roten Funken sogar eine Sondergenehmigung erteilt, die volle Uniform außerhalb der Session zu tragen.

Gleich zu Beginn schauen die Roten Funken zurück

Zunächst zieht es die Kölner auf die Zugspitze. 1955 waren die Funken bereits auf dem höchsten Berg Deutschlands. Damals entstand ein legendäres Foto im Schnee. 71 Jahre später die Neuauflage: diesmal bei strahlendem Sonnenschein und mit einer deutlich größeren Truppe. Auf 2.962 Metern Höhe präsentiert schließlich das Tanzpaar Elena Stickelmann und David Eßer einem neugierigen Publikum eine Kostprobe kölscher Tanztradition.

Trachtenzug statt Rosenmontagszug

Das Highlight: Erstmals marschieren die Roten Funken in eigener Uniform beim großen Trachten- und Schützenzug mit, der jedes Jahr zu Beginn des Oktoberfestes stattfindet. Eigentlich ist dieser Umzug mit mehr als 8.000 Teilnehmenden fest in bayerischer Hand: Tracht, Blasmusik, Gebirgsschützen. Dieses Jahr hat der Veranstalter 80 Funken eingeladen, mit durch München zu marschieren.

Personen in Kostümen ziehen durch eine Straße

Die Roten Funken ziehen durch die Straßen Münchens

Bildquelle: Estella Mazur

Völlig unbekanntes Terrain für die Kölner: "Beim Rosenmontagszug dürfen wir wibbeln, Kamelle werfen und auch schon einmal ein paar Meter nach links und rechts machen", sagt Vizepräsident und Pressesprecher Boris Müller. "In München ist die Marschordnung deutlich preußischer, aber wir wollen beweisen, dass Rote Funken nicht nur Fastelovend können."

Münchner begeistert von den Kölnern

Die Kölner in rot-weiß werden herzlich aufgenommen. Am Straßenrand wird gewunken, gesungen und manchmal sogar Alaaf gerufen. Freudestrahlend verteilen die Roten Funken Kamelle, statt sie zu werfen. Für viele Kinder offenbar ein völlig neues Erlebnis. Die Päckchen werden lange mit großen Augen untersucht, bevor sie geöffnet werden.

Männer der Roten Funken in einem Festzelt

Die Roten Funken feiern im Zelt beim Oktoberfest

Bildquelle: Estella Mazur

Nach rund sieben Kilometer ist der Marsch durch die bayerische Landeshauptstadt geschafft. Im Anschluss gehen 136 Funken auf das Oktoberfest, das am Wochenende gestartet ist. "Der Kölner Karneval und das Münchner Oktoberfest gehören zu den bekanntesten Brauchtumsfesten der Welt. Diese Gemeinsamkeiten wollen wir zeigen", so Boris Müller.

Bevor es am Montag zurück nach Köln geht, steht noch ein offizieller Empfang in der Bayerischen Staatskanzlei auf dem Programm. Als Kulturbotschafter überbringen sie dabei zum Abschluss ihrer Bayern-Mission ein Grußwort und Geschenk des Kölner Oberbürgermeisters Torsten Burmester, der selbst auch Mitglied der Roten Funken ist.

Rote Funken erobern Bayern

WDR 21.09.2026 47 Sek. Verfügbar bis 20.09.2028

Unsere Quellen:

  • Rote Funken
  • Eindrücke der WDR-Reporterin vor Ort

Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 21.09.2026, 6:30 Uhr

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