Für den 21-jährigen Heranwachsenden gab es dreieinhalb Jahre Jugendhaft. Die beiden anderen Mittzwanziger wurden nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, sie müssen achteinhalb Jahre beziehungsweise neun Jahre in Haft.
Für die drei Niederländer sollte es lediglich ein Tagesausflug nach Hürth bei Köln sein, um einen brutalen Job zu erledigen. Einen Job, den Wissenschaftler wie der Kriminologe Robin Hofmann von der Universität Maastricht "crime as a service" nennen - übersetzt: "Verbrechen als Dienstleistung".
Aufpasser gefesselt und gefoltert
Angeheuert waren die Niederländer offenbar von einer Kölner Drogenbande, der 350 Kilo Cannabis gestohlen worden war. Ihr Ziel: drei ebenfalls junge Leute, die auf das Cannabis in der Lagerhalle in Hürth aufpassen sollten, denen es aber in Teilen unter Vorhaltung von Maschinenpistolen geraubt wurde.
Der Job der angeklagten Niederländer war es, ein Drohszenario aufzubauen, damit die Aufpasser die entwendeten Drogen zurückholen. Dazu wurden sie in die Lagerhalle zitiert, gefesselt und gefoltert.
2.000 Euro pro Täter
Wäre nicht ein Augenzeuge aufmerksam geworden, die Tat wäre unentdeckt geblieben. Der Mann, der zufällig und unbemerkt in die Halle gekommen war, alarmierte sofort die Polizei, die die Täter festnehmen konnte.
Es sind nicht die einzigen Niederländer, die an dem Gesamtkomplex beteiligt sein sollen. Zur Begehung schwerer Straftaten wie Geiselnahme oder auch Folterungen reisten mehrfach Niederländer ein - offenbar im Auftrag.
Die Vorstädte von Rotterdam oder Amsterdam seien voll mit jungen Leuten, die für vergleichsweise wenig Geld ihre Dienste anbieten, sagt Kriminologe Hofmann. Im vorliegenden Fall sollte jeder der drei Täter jeweils 2.000 Euro erhalten.
Unsere Quellen:
- Landgericht Köln