Das Bauprojekt ist ambitioniert: In der Kölner Innenstadt, genau dort, wo Archäologen Relikte aus 2000 Jahren Stadtgeschichte entdeckt haben, entsteht ein neues Jüdisches Museum, mit einem 600 Meter langen Rundgang für Besucher durch die originale Ausgrabungsstätte im Untergrund. Das sogenannte "MiQua", Museum im Quartier.
Von 52 auf 230 Millionen
Doch das kostet: Vor 15 Jahren, als die Pläne konkret wurden, war von 52 Millionen Euro die Rede. Danach gab es immer neue Kostensteigerungen, die letzte vor zwei Jahren. Da hieß es, der Bau werde 190 Millionen Euro kosten, also fast das Vierfache.
Doch jetzt soll es erneut eine Kostenerhöhung geben - auf 230 Millionen Euro. Das geht aus einer sogenannten "Haushaltsrechtlichen Unterrichtung des Rates" durch Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) an die Ratsmitglieder hervor. Am Montag (10.08.2026) wird sich zuerst der Hauptausschuss mit dem Thema beschäftigen, Anfang September dann der Rat.
Verzögerungen im Stahlbau um Jahre
Zur Begründung heißt es: Nach der Kündigung eines Stahlbauunernehmens im Dezember 2021 sei ein neues Unternehmen beauftragt worden und das habe festgestellt, dass es beim Stahlbau signifikante Mängel gegeben habe, die behoben werden müssten. Dadurch hätte sich der Stahlbau um fünf Jahre verzögert und sei erst in diesem Frühjahr fertig geworden, schreibt der Oberbürgermeister in seinem Papier.
Ohne zusätzliches Geld - Baustopp
Damit kostet der Museumsneubau die Stadt Köln noch einmal 40 Millionen Euro mehr. Das Geld soll durch Umschichtungen im Haushalt bereit gestellt werden. Die Situation ist prekär. "Ohne weitere Finanzmittel droht zeitnah ein Baustopp", heißt es im Papier des Oberbürgermeisters.
Unsere Quellen:
- "Haushaltsrechtliche Unterrichtung" des Oberbürgermeisters an den Stadtrat
Sendung: WDR.de, Neubau Jüdisches Museum in Köln: Kostenexplosion ohne Ende, 09.08.2026, 13:15 Uhr
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