Die Grafik zeigt eine Person, die in einem Fluss in Not ist

Niedrigwasser im Rhein Warum das Baden gerade jetzt so gefährlich ist

Stand:

Der Wasserstand des Rheins ist aktuell extrem niedrig: Das macht Baden im Rhein jetzt noch gefährlicher als es eh schon ist. Es besteht Lebensgefahr - selbst beim Planschen am Uferrand.

Der Rhein ist normalerweise ein großer, mächtiger Fluss. Allein durch seine Breite wirkt er bedrohlich. Durch die Trockenheit und Hitzewelle ist der Pegelstand aber drastisch gesunken - und Besserung ist nicht in Sicht. Aus dem reißenden Fluss ist ein Flüsschen geworden, das beinahe friedlich und sanft wirkt - doch der Schein trügt.

Baden im Rhein in NRW: Laut DLRG schon 50 Tote in diesem Jahr

Die Seen und Flüsse in NRW sind in den vergangenen Wochen für zahlreiche Schwimmer zur tödlichen Falle geworden. In diesem Jahr ertranken laut DLRG bereits 50 Menschen in NRW - mehr als im gesamten Vorjahr. Immer wieder können die Helfer Badende auch aus dem Rhein nur noch tot bergen. Andreas Wagner, Hydrologe im ARD-Wetterteam, weiß, der Rhein ist aktuell besonders gefährlich.

"Das Wasser zwängt sich jetzt durch die enge Schifffahrtsrinne - deshalb gibt es an den Buhnen, an Brückenpfeilern oder an Inseln jetzt noch stärkere Strömungen und Strudel." Andreas Wagner, Hydrologe

Außerdem verursachen die fahrenden Schiffe einen Sog. Dieser Sog sei jetzt noch stärker - "schon Planschen in Ufernähe ist jetzt lebensgefährlich", sagt Wagner.

Fährt ein Schiff vorbei, geht das Wasser erst zurück und kommt dann wieder. Der Sog ist auch im niedrigen Wasser so stark, dass er Badenden schnell die Beine wegziehen kann. Der Wellenschlag ziehe einen im Anschluss schnell in die Strömung hinein, sagt Wagner.

Baden im Rhein wegen Niedrigwasser noch gefährlicher

WDR 15.07.2026 25 Sek. Verfügbar bis 14.07.2028 WDR Online

Baden bei Niedrigwasser: Lebensgefahr durch Schrott und Strömung

Laut Wagner gibt es zudem im Rhein auch viele Untiefen mit Schrott oder Felsen, die jetzt näher an der Wasseroberfläche liegen. Auch das birgt lebensgefährliche Risiken.

Was alles unter der Oberfläche des Rheins liegt und dem Auge sonst verborgen bleibt, sieht man beispielsweise in der Nähe von Emmerich am Rhein. Dort liegt aktuell wieder ein Teil des "de Hoop"-Schiffswracks frei, das 1895 nach einer Explosion gesunken war.

Schiffswrack der "De Hoop", dahinter auf dem Rhein das WSA-Arbeitsboot "Emmerich"

Das Niedrigwasser lässt auch das Schiffswrack der "De Hoop" wieder erscheinen.

Bildquelle: WDR/Michael Jung

Auch ein Geisterschiff bei Neuss ist durch das Niedrigwasser bereits zum Vorschein gekommen. Weitere kuriose Funde haben wir hier für euch zusammengefasst:

Bonn, Köln, Düsseldorf: Wo genau ist Baden im Rhein verboten?

Ein Badeverbot gibt es zwar nicht überall am Rhein - gefährlich ist es trotzdem überall. So hat beispielsweise Bonn bislang kein offizielles Verbot ausgesprochen, warnt aber laut Webseite auf Schildern am Ufer: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich".

Die DLRG und die Feuerwehren warnen grundsätzlich davor, im Rhein baden zu gehen. Auf dieser Karte kannst du sehen, was wo gilt:

Mehr dazu liest du hier:

Unsere Quellen:

  • Andreas Wagner, Hydrologe im ARD-Wetterteam
  • Webseite Stadt Bonn
  • DLRG

Sendung: WDR.de, Darum ist Baden im Rhein jetzt so gefährlich wie nie, 15.07.2026, 13:50 Uhr
Erstveröffentlichung des Beitrags am 15.07.2026

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