Die Grafik zeigt eine Person, die in einem Fluss in Not ist

Niedrigwasser im Rhein "Schon Planschen in Ufernähe ist lebensgefährlich"

Stand:

Der Wasserstand des Rheins ist aktuell extrem niedrig: Das macht Baden im Rhein jetzt noch gefährlicher als es eh schon ist. Es besteht Lebensgefahr - selbst beim Planschen am Uferrand.

Der Rhein ist normalerweise ein großer, mächtiger Fluss. Allein durch seine Breite wirkt er bedrohlich. Durch die Trockenheit und Hitzewelle ist der Pegelstand zuletzt drastisch gesunken. Aus dem reißenden Fluss ist ein Flüsschen geworden, das beinahe friedlich und sanft wirkt - doch der Schein trügt.

Baden im Rhein bei Niedrigwasser: "Planschen in Ufernähe lebensgefährlich"

Die Seen und Flüsse in NRW sind in den vergangenen Wochen für zahlreiche Schwimmer zur tödlichen Falle geworden. Allein im Juni ertranken nach Angaben der DLRG 22 Menschen. Immer wieder können die Helfer Badende auch aus dem Rhein nur noch tot bergen. Erst vor wenigen Tagen starb ein Mann in Monheim. Andreas Wagner, Hydrologe im ARD-Wetterteam, weiß, der Rhein ist aktuell besonders gefährlich.

"Das Wasser zwängt sich jetzt durch die enge Schifffahrtsrinne – deshalb gibt es an den Buhnen, an Brückenpfeilern oder an Inseln jetzt noch stärkere Strömungen und Strudel." Andreas Wagner, Hydrologe

Außerdem verursachen die fahrenden Schiffe einen Sog. Dieser Sog sei jetzt noch stärker - "schon Planschen in Ufernähe ist jetzt lebensgefährlich", sagt Wagner.

Fährt ein Schiff vorbei, geht das Wasser erst zurück und kommt dann wieder. Der Sog ist auch im niedrigen Wasser so stark, dass es Badenden schnell die Beine wegziehen kann. Der Wellenschlag ziehe einen im Anschluss schnell in die Strömung hinein, sagt Wagner.

Baden im Rhein wegen Niedrigwasser noch gefährlicher

WDR 15.07.2026 00:25 Min. Verfügbar bis 14.07.2028 WDR Online

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Lebensgefahr durch Schrott oder Felsen

Laut Wagner gibt es zudem im Rhein auch viele Untiefen mit Schrott oder Felsen, die jetzt näher an der Wasseroberfläche liegen. Auch das birgt lebensgefährliche Risiken.

Was alles unter der Oberfläche des Rheins liegt und dem Auge sonst verborgen bleibt, sieht man beispielsweise in der Nähe von Emmerich am Rhein. Dort liegt aktuell wieder ein Teil des "de Hoop"-Schiffswracks frei, das 1895 nach einer Explosion gesunken war. Bisher sieht man dort nur die Spitzen, sollte das Wasser in der nächsten Zeit weiter sinken, könnte auch das gesamte Wrack freigelegt werden.

Holzplanken eines Schiffswracks schauen aus dem Wasser.

Das Niedrigwasser legt im Rhein einen Teil des Schiffswracks frei.

Wo genau ist Baden im Rhein verboten? 

Ein Badeverbot gibt es zwar nicht überall am Rhein - gefährlich ist es trotzdem überall. So hat beispielsweise Bonn bislang kein offizielles Verbot ausgesprochen, warnt aber laut Webseite auf Schildern am Ufer: "Baden im Rhein ist lebensgefährlich".

Die DLRG und die Feuerwehren warnen grundsätzlich davor, im Rhein baden zu gehen. Auf dieser Karte kannst du sehen, was wo gilt:

Mehr dazu liest du hier:

Unsere Quellen:

  • Andreas Wagner, Hydrologe im ARD-Wetterteam
  • Webseite Stadt Bonn

Sendung: WDR.de, Darum ist Baden im Rhein jetzt so gefährlich wie nie, 15.07.2027, 13:50 Uhr

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