Petition gegen "rassistische Parolen" an Hausfassade
Bildquelle: WDR / Frank PiotrowskiWDR. 1 Min. 33 Sek.. Verfügbar bis 15.05.2028.
Das Haus in der Kochstraße in Hürth-Efferen fällt durch seine bunte Fassade auf. Darauf zu sehen sind viele abstrakte Motive in bunten Farben, aber auch Botschaften: "Rasse ist meine Religion", "Remigration", "Macht mehr weisse (sic!) Kinder, das hassen sie am meisten".
Künstler lehnt Interview ab
Der Hürther Sprayer sprühte die rassistischen Parolen selbst auf sein Haus
Bildquelle: WDR / Frank PiotrowskiDer international bekannte Künstler Seak, der mit bürgerlichem Namen Claus Winkler heißt, ist in diesem Haus groß geworden. Seak lehnt ein Gespräch vor Kamera und Mikrofon ab, spricht aber mit dem WDR-Reporter vor Ort. Das Haus sei ein Kunstobjekt, an dem er seit 16 Jahren arbeite, aber noch nicht fertig. Er sei ein Künstler von Weltruhm, wolle sich aber nicht framen lassen.
Zu den schriftlichen Botschaften an seinem Haus sagt er, das seien unangenehme Fakten, aber es brauche jemanden, der sie aussprechen müsse. Dafür bekomme er von einigen Nachbarn auch Zustimmung.
Nachbarn starten Petition
Jetzt haben Hürther Bürgerinnen und Bürger eine Petition gestartet, die in den Graffiti eine "rechtsextreme Propagandafläche" sehen. Sie fordern von der Stadt, die Botschaften auf der Fassade des Künstlers "rechtlich neu zu bewerten".
"Die Fassadengestaltung beschränkt sich nicht auf 'schrille Kunst' des Eigentümers oder geschmacklose Einzelmotive. Sie enthält in großer Dichte und Kombination rechtsextremistischer, rassistischer Parolen, Verweise auf Remigration und Namen sowie Bezüge zu einschlägig rechtsextremen/neurechten Personen." Kristina Hunger, Initiatorin der Petition
Im Gespräch mit Nachbarn sind die Meinungen gespalten. Neben Zustimmung zu der Petition für eine rechtliche Prüfung der Schriftzüge sehen andere darin eine Auslebung der Meinungsfreiheit. "Wenn das seine Meinung ist, dann darf er die vertreten und ich bin dankbar, dass Leute überall ihre Meinung vertreten dürfen - ob ich sie teile oder nicht", sagt ein Nachbar des Künstlers. Volksverhetzung sehe er darin nicht. "Das ist eine Meinung, keine Verhetzung. Ich habe damit kein Problem, dass sich jemand frei äußert, wie er möchte."
Staatsanwaltschaft prüft Verdacht der Volksverhetzung
Die Kölner Staatsanwaltschaft teilte dem WDR auf Anfrage mit, dass der Sachverhalt auf Grund einer Strafanzeige Gegenstand einer strafrechtlichen Überprüfung sei. Es solle geklärt werden, ob die Voraussetzungen für den Anfangsverdacht einer Volksverhetzung gegeben sei. Diese Prüfung werde etwas Zeit benötigen.
Unsere Quellen:
- Bürgerinitiative
- Künstler Seak alias Claus Winkler
- Staatsanwaltschaft Köln
- Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort
Sendung: WDR.de, Petition gegen "rassistische Parolen" an Hausfassade, 15.05.2026, 17:30 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR Aktuell, 15.05.2026, 18:00 Uhr