Protestcamp Rheinmetall entwaffnen 2026 | WDR aktuell
Bildquelle: WDR/ Estella MazurWDR. 27 Sek.. Verfügbar bis 01.09.2028.
Am Fernsehturm im Kölner Grüngürtel gibt es bis zum Wochenende zum zweiten Mal ein Protestcamp von Menschen, die sich nach eigenen Angaben gegen Krieg und die Rüstungsindustrie aussprechen. Das Camp mit bisher 500 angemeldeten Teilnehmenden aus ganz Deutschland dauert bis Sonntag. Es soll thematische Referate und Workshops geben. Außerdem sind mehrere Demonstrationen geplant: Am Dienstag zum Auftakt und zum Abschluss am Samstag.
Polizei bereitet sich seit Wochen vor
Seit Wochen wurde vor allem online bundesweit für das Protestcamp geworben, insbesondere in der linksradikalen Szene. Auch die Polizei bereitet sich seit Wochen intensiv auf den Einsatz vor: "Hierzu sind wir im ständigen Austausch mit anderen Sicherheitsbehörden des Landes und des Bundes," sagt ein Sprecher der Polizei Köln. Die Beamten werden mit bis zu 1.000 Einsatzkräften vor Ort sein. Der Führungsstab wird rund um die Uhr besetzt sein. Bürgerinnen und Bürger müssten sich auf Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt einstellen.
Mit bis zu 1.000 Einsatzkräften will die Polizei vor Ort sein.
Bildquelle: WDR/ Estella MazurBeim ersten Protestcamp im August 2025 hatten Angehörige des Bündnisses "Rheinmetall Entwaffnen" unter anderem vor einem Gebäude der Bundeswehr und in der Nähe des Privathauses von Rheinmetall-Chef Armin Papperger protestiert.
Die Rückkehr nach Köln sei bewusst gewählt: "Köln ist einer der zentralen Orte der Rüstung," sagt die Pressesprecherin Camille Dietrich von "Rheinmetall Entwaffnen". Tatsächlich sitzen mehrere Firmen und politische Institutionen rund um die Stadt. Darunter zum Beispiel der Konzern Rheinmetall, der den Hauptsitz in Düsseldorf hat. "Außerdem wollen wir an das Camp im vergangenen Jahr anknüpfen," so Dietrich weiter. Eine erneute Eskalation befürchte sie nicht.
Heftige Zusammenstöße 2025
Im vergangenen Jahr waren knapp 3.000 Menschen auf die Straße gegangen. Dabei war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Laut Polizei wurden 13 Beamte im Einsatz verletzt. Ein Sprecher des Bündnisses berichtete damals von etwa 150 verletzten Demonstrierenden.
Im Jahr 2025 kam es bei einer Demo der Initiative "Rheinmetall entwaffnen" zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Bildquelle: dpaWenige Wochen später räumte das NRW-Innenministerium Fehler der Polizei ein. So haben die Beamten beispielsweise Demonstrierenden, die über mehrere Stunden eingekesselt waren, zu spät Getränke zukommen und sie zur Toilette gehen lassen. Gleichzeitig sei es in einzelnen Situationen für die Polizei notwendig gewesen, Schlagstöcke und Pfefferspray anzuwenden.
Mittlerweile beschäftigen einige Fälle das Amtsgericht Köln. Die jurisitsche Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Das Bündnis hatte das Kölner Polizeipräsidium verklagt. Auch Protestteilnehmende mussten sich vor dem Amtsgericht verantworten. Bei einer Blockade des Karrierecenters der Bundeswehr im Kölner Stadtteil Raderthal hatten sie ihre Gesicherter mit Sturmmasken vermummt. Das ist aber nach dem NRW-Versammlungsgesetz verboten.
Ein Versuch der Polizei das Camp im letzten Jahr im Vorfeld aus Sicherheitsgründen zu verbieten, war vom Oberverwaltungsgericht in Münster abgelehnt worden.
Unsere Quellen:
- Polizei Köln
- Bündnis "Rheinmetall Entwaffnen"
Sendung: WDR.de, Protestcamp "Rheinmetall Entwaffnen" startet in Köln, 01.09.2026, 05:03 Uhr
