Der menschliche Schädel stammt ursprünglich aus Australien. Die Hochschule wollte diesen Schädel eigentlich am Donnerstag an Angehörige zurückgeben.
Schädel schon für Reise vorbereitet
Der Gegenstand befand sich in einem speziellen Behälter, der in einem abgeschlossenen Raum stand. "Der Schädel war im Zentrum für Anatomie aufbewahrt, und zwar im Präparationslabor. Er war auch schon für die Reise nach Australien vorbereitet und sehr gut verpackt", sagt Elisabeth Hoffmann, die Sprecherin der Kölner Uni.
Aus genau diesem Labor sei der Schädel abhanden gekommen. "Er wurde durch ein anderes Präparat ersetzt, weshalb wir davon ausgehen, dass es sich um Diebstahl handelt", erklärt Hoffmann. Die Uni hat bei der Kölner Polizei Anzeige wegen Diebstahls erstattet.
Angehörige reisten für Übergabe nach Köln
Der Schädel stammt von einem indigenen Menschen aus Australien. Die Kölner Uni hatte Angehörige ermittelt und wollte gestern die menschlichen Überreste feierlich an Vertreter von Gemeinschaften australischer First Nations übergeben. Geplant war, dass insgesamt drei Schädel übergeben werden, damit sie in Australien beigesetzt werden können.
"Zur Bestürzung der Beteiligten hat sich in der Vorbereitung der Übergabe herausgestellt, dass einer der drei Vorfahren ausgetauscht worden ist", teilte die Uni am Freitag mit. Die Prorektorin der Uni, Prof. Beatrix Busse, habe die Vertreter der First Nations um Entschuldigung gebeten. Die beiden anderen Schädel seien wie vorgesehen im Rahmen der Zeremonie übergeben worden.
Diebstähle in Anatomie sehr selten
Seit 2021 läuft an der Kölner Uni ein Projekt zur Provenienzforschung von sterblichen Überresten aus dem Bestand des Zentrums für Anatomie. Ziel ist, sie in ihre Herkunftsregionen zurückzuführen. Dass Objekte aus der Anatomie geklaut werden, sei laut Kölner Uni sehr selten. Der letzte Raub sei Jahrzehnte her.