ME/CFS: Über 61.000 Menschen in NRW behandelt worden | Aktuelle Stunde

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WDR 27 Sek. Verfügbar bis 29.08.2028

Chronisches Erschöpfungssyndrom Immer mehr Menschen leiden unter ME/CFS

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Helles Licht, laute Geräusche, kleinste mentale Anstrengung: Für die 30-jährige Maja Stracke wird der Alltag zum Alptraum. Normale Reize lösen bei ihr solche Schmerzen aus, dass ihr Körper innerhalb kürzester Zeit extrem erschöpft. Sie ist eine von rund 61.600 Betroffenen in NRW. Ein deutlicher Anstieg.

Im Jahr 2014 waren es noch 15.700 Erkrankte in NRW. Laut neuesten Zahlen leiden seit dem vergangenen Jahr 2025 fast dreimal so viele unter der schweren neuroimmunologischen Multisystemerkrankung. ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis bzw. Chronisches Fatigue-Syndrom.

Experten vermuten Zusammenhang zwischen ME/CFS und Corona

Deutschlandweit hat sich die Zahl von 300.000 Betroffenen vor Corona auf 650.000 im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Das schätzt die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS. Die Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein betonen aber, dass ihre Zahlen Dopplungen enthalten könnten, wenn sich Betroffene in beiden Bezirken haben behandeln lassen, heißt es in einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur.

Laut einer Studie aus dem Jahr 2021 berichten drei von vier Personen, dass sie nach einer schweren Infektion an ME/CFS erkrankt sind. Unter anderem könnte das SARS-CoV-2-Virus während der Pandemie ein Auslöser für den starken Anstieg der Zahl der ME/CFS-Erkrankungen sein, meinen Experten. Das Immunsystem kann dadurch langfristige Schäden nehmen, etwa wie bei Post-Covid-Patienten.

"ME/CFS tötet": Maja Stracke schreibt Abschiedsbriefe

Maja Stracke hat das Chronisches Fatigue-Syndrom seit 2025. Bei ihr war eine starke Grippe-Infektion wohl der Auslöser. Seitdem kann sie nicht mehr arbeiten, so wie über 60 Prozent der Betroffenen. Teilweise ist sie tagelang ans Bett gefesselt.

"Ich sehe so oft Videos von Run Clubs und Urlauben meiner Freunde und komme nicht umhin, die ganze Zeit zu denken: ‚Krass, ich schaffe es nicht mal mehr, mir alleine die Haare zu kämmen, weil die Bürste mir zu schwer ist.''" Maja Stracke, 30 Jahre

Auf Instagram teil sie einen emotionalen Text über ihren schlechter gewordenen Zustand. Sie sei einem Sterbehilfeverein beigetreten, schreibe an einem Testamenten, sogar an Abschiedbriefen. Sie hofft, dass die Krankheit mehr Aufmerksamtkeit und vor allem Forschungserfolge erlebt.

Starker ME/CFS-Anstieg: Rund 61.600 Menschen in NRW vom Leben abgeschottet

WDR 29.08.2026 49 Sek. Verfügbar bis 28.08.2028 WDR Online

Chronisches Erschöpfungssyndrom lange nicht ernst genommen

Die Forschung steht noch ganz am Anfang. Dabei ist die Krankheit bei Weitem nicht neu. 1969 wurde sie von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt. Allerdings hätten viele Ärzte ME/CFS lange als psychologisches Problem abgetan, begründet die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS den Mangel an Forschung.

Auch Maja kann bisher nur Tabletten gegen ihre Symptome wie Schmerzen oder Schlafstörungen nehmen. Sie und viele andere hätten auch schon zu nicht offziell zugelassenen Behandlungsmethoden gegriffen. Auch davor warnt sie, denn einige können den Zustand weiter verschlechtern.

"So lange in der Forschung nichts passiert, wird also die Hoffnung auf Besserung noch bei vielen Patienten zu immensen Rückschritten beitragen." Maja Stracke, ME/CFS-Erkrankte

Bis es ausreichende Datengrundlagen und Behandlungsmöglichkeiten gibt, würde es noch lange dauern, so die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS.

Unsere Quellen

  • Deutschen Presse Agentur
  • Instagram-Post von Maja Stracke
  • eigene Rechnerchen
  • Deutsche Gesellschaft für ME/CFS e.V.

Sendung: WDR.de, Starker ME/CFS-Anstieg: Rund 61.600 Menschen in NRW vom Leben abgeschottet, 29.08.2026, 12:50 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen,
Aktuelle Stunde, 29.08.2026, 18:45 Uhr

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