Eine mobile Abkühlung für Obdachlose
WDR. 00:39 Min.. Verfügbar bis 26.06.2028. Von Marie Roters.
Robert trinkt noch schnell seinen Kaffee aus, dann gehts schnurstracks - nur mit Unterhose bekleidet - in den Duschbus. Der 48-Jährige kennt sich aus: "Duschgel, Shampoo, Handtücher, Fön, alles da. Ich kenn das, komm häufiger vorbei. Hat den Komfort eines 3-Sterne-Hotels, für mich ist das Luxus pur."
"Für mich ist das Luxus pur!" Robert, Obdachloser aus Münster
Tatsächlich eine willkommene Abwechslung für ihn, der sonst vor den Toren Münsters in einem Zelt lebt - und das jetzt bei der Hitze! Weit weg von sanitären Einrichtungen. Sich als Wohnungsloser mal eben abkühlen? Ja, wo denn?
Die Duschkabine kann als Anhänger praktisch überall aufgestellt werden.
Ist alles da, was man braucht
Deshalb ist Yvonne Buschkühl vom Arbeitersamariterbund Münster froh über ihr Angebot. Es ist ja auch viel mehr als ein kleines Duschmobil. "In dem Anhänger ist praktisch ein komplettes Badezimmer untergebracht, mit Toilette", erzählt die Projektleiterin stolz.
"Wir haben auch frische Unterwäsche und Nagelpflege-Sets, wenn Bedarf ist." Yvonne Buschkühl, Arbeitersamariterbund Münster
Einen Kaffee, ein gutes Gespräch oder eine Beratung gibts ebenfalls, wenn jemand mehr als nur duschen möchte. Kommen kann, wer gesundheitlich eingeschränkt ist, kein Dach über dem Kopf hat oder in prekären Wohnverhältnissen lebt.
Mobiles Badezimmer in XXL gesucht
Und der Bedarf wächst. Vier mal die Woche ist der Duschbus - immer an unterschiedlichen Standorten - in der Stadt unterwegs, und das erst seit Oktober letzten Jahres. Bis zu 20 Personen kommen jedes Mal, seit Jahresbeginn waren es schon 660 Menschen.
"Deshalb wollen wir das Angebot auch erweitern. Wir bräuchten einen größeren Anhänger mit zwei Badezimmern. Und einer separaten Toilette." Nach jeder Benutzung wird der Dusch-Anhänger desinfiziert. Nach kurzer Zeit heißt es dann: Der Nächste, bitte!
Kirchengemeinden und andere unterstützen
Ein Blick ins Innere der mobilen Dusche.
Dabei ist der ASB auch auf die Hilfe von anderen angewiesen, von Kirchengemeinden oder karitativen Einrichtungen zum Beispiel. Denn der Duschbus braucht einen Frisch- und Abwasser- sowie einen Starkstromanschluss - für warmes Wasser und die Heizung im Winter.
"Da werden wir aber gut unterstützt, das kriegen wir hin", sagt Yvonne Buschkühl. Wobei der Standort an der Josefskirche am häufigsten aufgesucht wird. "Klar, wo ich doch so oft vorbeikomme" lächelt Robert, zieht sich an und verabschiedet sich freundlich. Bis zur nächsten Dusche.
Unsere Quellen:
- Reporterbesuch des Duschmobils
- Gespräch mit Arbeitersamariterbund Münster
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 26.06.2026, 19.30 Uhr