Geisterräder als Zeichen für tote Fahrradfahrer

Bildquelle: WDR/ Marco Poltronieri

WDR 02:22 Min. Verfügbar bis 12.08.2028

Weiße Fahrräder Ghostbikes erinnern an getötete Radfahrer

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Weiße Ghostbikes machen seit gut 25 Jahren auf getötete Radfahrer aufmerksam. Verkehrsexperten wünschen sich mehr Beachtung.

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Marco Poltronieri

Matthias Wüstefeld muss schwer schlucken, wenn er das erste Ghostbike in Münster ansieht. 2014 wurde es aufgestellt. Ein betrunkener Busfahrer hatte zwei Fahrradfahrer überfahren. Eine Frau wurde schwer verletzt, der 48-jährige Mann starb.

Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf

Was die tragische Geschichte noch schlimmer macht: Jahre später starb auch der Sohn des tödlich verunglückten Mannes bei einem Fahrradunfall in Münster. Der 23-Jährige wollte eine Straße überqueren und übersah den Autoverkehr.

Zwei weiße Ghostbikes stehen für die beiden toten Familienmitglieder in Münster. Die Geschichte hat Matthias Wüstfeld nie losgelassen. Er ist beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) für die Sicherheit zuständig.

ADFC hat Ghostbikes im Blick

Matthias Wüstfeld kümmert sich um die Pflege der Ghostbikes in Münster. Er ist meist mit Besen und Kehrschaufel unterwegs. Hin und wieder lackiert er die Räder neu. Manchmal schmeißen Bauarbeiter sie aber auch einfach weg.

Ein lächelnder Mann mit einem Kehrblech neben einem weißen Fahrrad.

Matthias Wüstfeld vom ADFC hält die Goestbikes in Münster in Ordnung.

Bildquelle: WDR/ Marco Poltronieri

"Wir stellen die Räder natürlich nur auf, wenn wir das Okay der Familien haben." Manchmal seien Trauer oder der Schmerz aber auch zu groß sei.

Wichtiges Zeichen für Angehörige

Zur Zeit gibt es in Münster drei Ghostbikes, ein viertes ist derzeit beim ADFC eingelagert - wegen Bauarbeiten. So will es die Hinterbliebene. Ilka Rieger. Sie hat vor vier Jahren ihren Mann verloren. Der damals 68-Jährige wurde frontal von einem Auto beim Überholen erfasst, ihn traf keine Schuld.

Ilka Rieger ist wichtig, dass das Rad bald wieder aufgebaut wird, um auf den Unfall aufmerksam zu machen: "Und um die Erinnerung auch jenseits des Friedhofs aufrecht zu erhalten."

Ilka Rieger, Witwe eines Radunfall-Opfers

Ilka Riegers Mann ist bei einem Fahradunfall ums Leben gekommen.

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Viele tote Radfahrer in der Region

Insgesamt sind im im vergangenen Jahr 28 Radfahrer und Radfahrerinnen allein im Münsterland tödlich verunglückt. Die meisten waren mit dem Pedelec unterwegs, sagt Wüstefeld: "Das verschärft die Verkehrslage noch einmal ganz gewaltig, weil viele zu schnell unterwegs sind und sich überschätzen." Unterm Strich wünscht sich der Verkehrsexperte mehr Aufmerksamkeit für mögliche Gefahren.

Öffentliches Gedenken an tote Fahrradfahrer

WDR 17.07.2026 01:06 Min. Verfügbar bis 29.07.2028 WDR Online

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Unsere Quellen:

  • Gespräch mit ADFC-Experte Matthias Wüstefeld
  • Gespräch mit Ilka Rieger, Hinterbliebene
  • Unfall-Statistik der Kreispolizeibehörden

Sendung: WDR.de, Ghostbikes: Öffentliches Gedenken an tote Fahrradfahrer, 12.08.2028, 5:05 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 12.08.2026, 19:30 Uhr

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