Ob Übernachtungen für einige Tage am gleichen Ort oder eine Radtour mit verschiedenen Aufenthaltsorten: Das Münsterland hat mit seiner Vielfalt an Natur und Städten einiges zu bieten.
Der Klassiker: Zelten oder Hostels
Und günstiger Urlaub innerhalb von Deutschland liegt im Trend. Das merkt auch Laura Schlebusch. Mit ihrem Partner führt sie das Hostel "Sleep Station" in Münster.
Laura Schlebusch führt das Hostel mit ihrem Partner zusammen
Vor allem der Fahrrad-Tourismus habe über die Jahre zugenommen. Aber auch Pilger, die den Jakobsweg durch das Münsterland erklimmen, suchen sich günstige Schlaf-Möglichkeiten.
"Wir haben das Gefühl, dass Übernachtungsmöglichkeiten für den kleineren Geldbeutel immer mehr Leute aus verschiedenen Gesellschaftsschichten anzieht." Laura Schlebusch, Mitinhaberin Hostel "Sleep Station"
Die Mehrbettzimmer sind hier die günstigste Übernachtungsmöglichkeit.
Unter der Woche kostet ein Bett 19 Euro und am Wochenende kommen ein paar Euro drauf. Zum Vergleich: ein Bett in einer Jugendherberge in Rheine kostet pro Nacht 44 Euro.
Doch auch Camping mit dem Zelt geht noch sehr günstig im Münsterland. Der Campingplatz Sonnenwiese in Telgte bietet Plätze für acht Euro pro Person, pro Nacht. Dafür muss nur das eigene Zelt mit an Bord sein.
Mini-Unterkünfte mit Kuschelfaktor
Solche gemütlichen Bauwagen gibt es auch im Münsterland.
Neben den Klassikern wie Campingplätzen, sind vor allem sogenannte Tiny Häuser oder Camping-Bauwagen eine günstige Alternative. Auch wenn es kein All Inclusive Urlaub ist: Ein romantischer Bauwagen in Lüdinghausen kostet für zwei Personen für sieben Tage knapp über 200 Euro.
Hier können sogar Fahrräder ausgeliehen werden, um Lüdinghausen und Umgebung zu entdecken. Eine gute Möglichkeit, um die verschiedenen Wasserburgen anzuschauen. Und wer es etwas exklusiver mag, kann sogar eine Kanu-Tour buchen.
Die Tour führt entlang der Stever und verbindet drei historische Burgen: Burg Lüdinghausen, eine Renaissanceanlage mit schönem Park, Burg Vischering, eine der besterhaltenen Wasserburgen Westfalens, sowie die Burg Kakesbeck.
Ähnliche Angebote gibt es auch rund um Münster. Dort kann ein kuscheliges Chalet für vier Personen gebucht werden. Die Kosten hier - etwas teurer - ungefähr 600 Euro.
Freizeitbeschäftigung im Münsterland
Ein Pluspunkt für das Münsterland: Viele Freizeitaktivitäten sind günstig oder sogar kostenlos. Auch viele Museen und Schlösser sind kostengünstig zu besuchen im Vergleich zu Zoos oder Freizeitparks.
"Rad-, Wander- und Reitwege können natürlich kostenlos genutzt werden und es gibt viele Picknickplätze, wo man sein eigenes Essen mitbringen kann." Michael Kösters, Münsterland e.V.
Kleine Gassen und viele Fachwerkhäuser: Tecklenburgs uriger Ortskern
Für einen gemütlichen Städtetrip eignet sich die historische Altstadt in Tecklenburg. Das Bergstädtchen Tecklenburg zeichnet sich durch die vielen Fachwerkhäuser aus, die aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammen. Über der Stadt thront die Burgruine der Grafen von Tecklenburg, wo jeden Sommer Musicals auf der Freilichtbühne gezeigt werden.
Ein anderes Highlight sind die Rieselfelder in Münster. Das rund 430 Hektar große Gebiet ist die Heimat für zahlreiche Wasservögel. Von mehreren Beobachtungstürmen können die verschiedensten Arten beobachtet werden. Im Sommer brüten beispielsweise die Säbelschnäbler und Schwarzhalstaucher.
Die Rieselfelder aus der Luft
00:32 Min.. Verfügbar bis 06.06.2027.
Radreisen durchs Münsterland
Besonders bekannt ist das Münsterland für seine Rad-Routen. Auch in dem Bereich gibt es Angebote. Die 100-Schlösser-Route kann an 5 Tagen geradelt werden. Die knapp 240 Kilometer lange Radreise führt zu den zahlreichen Schlössern und Burgen in der Region.
Radfahren ist im Münsterland beliebt
Ausgecheckt werden etwa das Haus Dyckburg und das Schloss Loburg. Bei den Zwischenstopps in Warendorf kann die Altstadt erkundet werden oder in Oelde der Vier-Jahreszeiten-Park.
Für 519 Euro gibt es insgesamt vier Übernachtungen in Hotels mit Frühstück, eine Stadtbesichtigung in Münster und den Gepäcktransfer. Die Route ist allerdings erst ab zwei Personen zu buchen.
Wer ein bisschen mehr Geld ausgeben möchte, kann auch den Nord-, Süd- oder Westkurs buchen. Die Touren gehen ein bis zwei Tage länger und kosten zwischen knapp 600 bis 709 Euro pro Person – bieten aber dafür ein paar Highlights mehr.
Beim Westkurs geht es etwa bis zum Kreis Borken. Dort können die Teilnehmer einen Abstecher auf dem niederländische Markt machen und das Schloss in Ahaus und die Burg in Gemen erkundet werden, die gern genutzte Foto-Motive sind.
Unsere Quellen:
- Interview Laura Schlebusch, Hostel Sleep Station in Münster
- Michael Kösters, Münsterland e.V. Bereichsleitung Tourismus
- Verschiedene Reiseportale
Sendung: WDR Fernsehen, Lokalzeit Münsterland, 03.07.2026, 19:30 Uhr